Vom Korn zum Brot – Eine Multivisions-Show der Fotografischen Gesellschaft Trier

In Deutschland gibt es rund 3200 verschiedene Brotsorten. Doch wie genau ist der Weg vom Korn zum Brot und was für Arbeitsschritte sind nötig, um am Ende das goldbraune Backwerk in den Händen zu halten? Diese Fragen stellten sich Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft Trier und hielten den Weg vom Korn zum Brot fotografisch fest.
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100 Besucher zu Multivisionsshow 

Herausgekommen ist eine Multivisionsshow, zu der rund 100 Besucher in die Trierer TUFA kamen. Zur Belohnung gab es nicht nur interessante Einblicke in landwirtschaftliche Abläufe und Arbeitsweisen in den Backstuben lokaler Bäckereien, am Ende wurde auch jeder Besucher mit einer Kostprobe lokaler Brotspezialitäten versorgt. Die allgemeine Wertschätzung des Brotes ist in der Menschheitsgeschichte tief verwurzelt und hat sich bis in die Gegenwart erhalten. Kein Getreide bedeutete stets auch kein Brot und das ist bis in die Gegenwart vielerorts auf der Welt mit Hungersnot gleichzusetzen.

Weizen wichtigste Getreideart der Menschheit 

Einkorn gehört zu den Gründerpflanzen der Landwirtschaft. Weizen stellt die mit Abstand wichtigste Getreideart der Menschheit dar. Dinkel erfährt dank großer Nachfrage nach Bioprodukten eine wahre Renaissance. Emmer, eine der ältesten kultivierten Pflanzen Europas, ist fast gänzlich aus unseren Küchen verschwunden. Doch seit einigen Jahren steht das Getreide, das selbst zur Gattung des Weizen gehört, wieder vermehrt im Blickpunkt  einiger Backstuben.

Landwirte und Bäcker ein Jahr begleitet 

Wie aufwendig die fotografische Reise war, erklärt Günter Dixius von der Fotografischen Gesellschaft Trier: „Wir haben insgesamt drei Landwirte und drei regionale Bäckereien jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten mit der Kamera begleitet. Diese Reise dauerte über ein Jahr, von der Aussaht des Getreides, über das Aufkeimen der verschiedenen Sorten bis zur Ernte und der anschließenden Weiterverarbeitung in den Mühlen und Schlussendlich der Verarbeitung in den Backstuben“.  Ob Steinofen oder ein mit Holzkohle befeuerter Ofen, für viele ist es eine Frage der Philosophie. Die Unterschiede liegen im Detail, erklärt Günter Dixius: „Wird bei einem mit Holzkohle beheizten Ofen die richtige Backtemperatur erreicht, wird die Glut entfernt. Danach dauert es fast eine Stunde, bis sich die Temperatur im Ofen gleichmäßig verteilt hat. Werden jetzt die Teiglinge eingelegt, so geht die Temperatur maximal um 10 Grad runter. Bei anderen herkömmlichen Öfen sinkt die Temperatur nach dem Einlegen der Teiglinge um bis zu 30 Grad, was dazu führt, das oft nicht die Kruste am Brot entsteht, die das eigentliche Aroma bringt“.

Viele Betriebe arbeiten noch in Handarbeit 

Das hinter allen Prozessen der Fertigung, besonders in den kleinen regionalen Backstuben, nach wie vor viel Handarbeit steht, weiß Jennifer Wächter von der Bäckerei Braunshausen aus Trier-Ruwer: „Bei uns gibt es überhaupt keine Fließbandarbeit, da ist alles noch echte Handarbeit, angefangen von der Mehlbearbeitung bis hin zum fertigen Teilchen. Der absolute Verkaufsschlager ist unser Emmer-Dinkel-Brot, ein Brot, das rund 72 Stunden Zeit benötigt, bis es verkaufsfertig im Regal liegt. Gutes Brot, braucht eben viel Zeit, aber dafür ist es eben auch etwas ganz besonderes“. Und dieses ganz besondere Brot gibt es in der  Bäckerei Braunshausen auch nur einmal in der Woche.

Brot mit urigem Geschmack 

Im Eckfelder Backhaus wird noch nach traditionellen Rezepten gebacken; hauptsächlich Mischbrot und Hefekuchen mit Äpfeln, Pudding oder Kirschen. Wenn hier der Ofen angefeuert wird, dann bekommen die Backwaren noch den Geschmack wie zu Oma´s Zeiten, weiss Alfons Ternes: „Das Feuer, was im Ofen brennt, hinterlässt immer ein wenig Asche, die man nie ganz heraus bekommt. Das verleiht dem Brot den leicht urigen Geschmack wie in alten Zeiten“.  Und genau das kommt an bei den Leuten und weckt Erinnerungen an vergangene Tage.

Wer jetzt Appetit auf Backwaren bekommen hat und wissen will, welche Sorten es gib und was regionale Bäckereien alles so im Angebot haben, der wird beim Deutschen Brotinstitut fündig. Das Deutsche Brotinstitut führt in ganz Deutschland Qualitätsprüfungen von Backwaren durch, an denen sich handwerkliche Bäckereien auf freiwilliger Basis beteiligen können.

Nächste Idee schon in den Startlöchern 

Die nächste Idee zu einer Multivisionsshow der Fotografischen Gesellschaft Trier steht auch schon in den Startlöchern. Demnächst soll es um Prozesse der Abfallwirtschaft und Recycling gehen. Nähere Informationen zur Arbeit und Terminen gibt es auf der Webseite der  Fotografischen Gesellschaft Trier: www.foto-trier.de