Wiesenhof-Chef zu Preisen im Supermarkt: Geflügel wird teurer

Für die Preissteigerungen im Supermarkt-Regal sieht der Wiesenhof-Chef kein Ende. Vor allem in der Fleischindustrie seien die enorm gestiegenen Futterkosten kaum zu meistern. Letztlich zeige sich das beim Verhalten der Kundinnen und Kundin - sie meiden Tierwohfleisch.
Die Futterkosten in der Geflügelindustrie haben sich verdoppelt. Symbolbild: Unsplash/ Tim Cooper
Die Futterkosten in der Geflügelindustrie haben sich verdoppelt. Symbolbild: Unsplash/ Tim Cooper

Bislang seien die gestiegenen Kosten in den Läden nur teilweise angekommen, sagte der Chef des Wiesenhof-Mutterkonzerns PHW, Peter Wesjohann, gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). In nächster Zeit rechne er mit weiteren Preissteigerungen in den Supermärkten. „Da wird noch etwas auf die Verbraucher zukommen. Das gilt für Geflügelfleisch, gilt aber sicherlich für alle anderen Lebensmittel ebenso“, wird Wesjohann zitiert.

Enorme Preissteigerungen bei Futterkosten

Den Geflügelfleischproduzenten machen die hohen Futterkosten zu schaffen. Für den PHW-Konzern sei die Lage „kritisch, aber nicht existenzbedrohend“. Der Bauerpräsident Joachim Rukwied hatte sich zuvor ebenfalls im Interview zu teureren Lebensmitteln geäußert. In dem Zusammenhang äußerte er, dass das „Ende der Fahnenstange“ noch nicht erreicht sei. In der Geflügelfleischproduktion seien fast 70 Prozent der Kosten auf das Futter zurückzuführen, was derzeit besonders problematisch sei. Infolge des Krieges in der Ukraine hätten sich die Preise für das Tierfutter verdoppelt.

Kaufverhalten ändert sich

Auch beim Kaufverhalten sei die insgesamt angespannte wirtschaftliche Lage bereits zu spüren. Laut Wiesenhof-Chef Wesjohann verändere sich das Kaufverhalten. Aktuell verzeichnet das Unternehmen einen leichten Absatzrückgang bei den teureren Produkten mit mehr Tierwohl. Dies sei „durchaus verständlich“, so Wesjohann. „Das Leben insgesamt wird teurer: Sprit, Gas, Strom. Da muss irgendwo gespart werden.“, zitiert die NOZ.

 

Neue Osnabrücker Zeitung (07.06.2022)