Zu viele Erwachsene und Kinder in Europa sind zu dick

In der Europäischen Region sind zu viele Menschen übergewichtig oder fettleibig - so lautet das Fazit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Übergewicht und Fettleibigkeit hätten "epidemische Ausmaße" angenommen.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 59 Prozent der Erwachsenen in Europa zu dick. Symbolbild: Unsplash/ Towfiqu barbhuiya
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 59 Prozent der Erwachsenen in Europa zu dick. Symbolbild: Unsplash/ Towfiqu barbhuiya

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Europa ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu dick. Insgesamt 59 Prozent seien demnach übergewichtig oder adipös, teilte das WHO-Regionalbüro für Europa auf dem Kongress zum Thema Adipositas mit. Auch nahezu jedes dritte Kind sei zu dick – laut WHO sind 29 Prozent der Jungen und 27 Prozent der Mädchen übergewichtig oder adipös.

Übergewicht hat „epidemische Ausmaße“ erreicht

Für die WHO Europa gelten Menschen ab einem Body Mass Index (BMI) von 25 als übergewichtig – bei einem Wert ab 30 sei von Fettleibigkeit die Rede, wird in einem Beitrag der tagesschau erklärt. Der BMI wird aus Körpergröße und -gewicht berechnet.

Die Raten von Übergewicht und Adipositas hätten in allen Teilen der Europäischen Region mittlerweile epidemische Ausmaße angenommen, heißt es vonseiten der Organisation. Auch sei keins der 53 Mitgliedsstaaten auf dem Kurs, das Ziel zu erreichen, den Anstieg der Fettleibigkeit bis 2025 zu stoppen. Nur auf dem amerikanischen Kontinent seien die Raten bei Erwachsenen noch höher.

Laut tagesschau zählt die WHO neben der EU auch die Türkei, Russland, die Ukraine und weitere östlich gelegene Staaten zu ihrer europäischen Region.

Übergewicht als Ursache für Todesfälle und Behinderungen

Übergewicht und Fettleibigkeit seien eine der führenden Ursachen für Tod und Behinderung. Jüngsten Schätzungen zufolge verursachen sie jährlich mehr als 1,2 Millionen Todesfälle, was einem Anteil von 13 Prozent der Gesamtsterblichkeit in der Europäischen Region entspricht, so die WHO.

Fettleibigkeit erhöht das Risiko für viele nichtübertragbare Krankheiten erhöht, darunter Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen. Auch seien übergewichtige und adipöse Menschen „unverhältnismäßig stark“ von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen gewesen. Während der Pandemie sei es zu nachteiligen Veränderungen bei Ernährungs- und Bewegungsmustern gekommen, vor allem in Lockdown-Zeiten.

Empfehlungen der WHO

Um dem Trend entgegenzuwirken empfiehlt die WHO beispielsweise die Besteuerung von gezuckerten Getränken und die Subventionierung gesunder Lebensmittel, Werbeeinschränkung von ungesunden Lebensmitteln und die Verbesserung des Zugangs zu Angeboten zur Gewichtskontrolle als Teil einer allgemeinen Gesundheitsversorgung.

 

Bericht der WHO (03.05.2022)