Das tote Schaf

Lorscheid. Schock für Silvia Kohl und die ganze Familie als ihr Mann Helmut am Montagmorgen (14.09.2020) in ihre Weihnachtsbaumkulturen bei Lorscheid ankommt.

Diese Kulturen werden seit vielen Jahren von  Shropshire Schafen abgegrast, sodass keine Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt werden müssen. Seit 1992 haben die Kohl´s diese Schafe und es noch nie was passiert. Aktuell haben die Kohl s 39 Schafe in verschiedenen Kulturen.

Ein Schaf wurde gerissen, vier weitere verletzt, zwei sind verschwunden 

Am Montag findet Helmut Kohl eines ihrer Schafe tot am Zaun liegen, der 1,2 Meter hohe Zaun ist niedergedrückt und beschädigt. Vier weitere Schafe weisen teils schwere Bissverletzungen auf. Zwei Schafe sind wohl nach diesem Vorfall entlaufen und konnten bisher nicht mehr gefunden werden. „Wir haben auch am Dienstag bis weit in die Dunkelheit gesucht, jedoch leider erfolglos“ erzählt Silvia Kohl. Die derzeit 17 übrigen Schafe in der betroffenen Kultur sind nun völlig verängstigt. „Wenn wir mit den Eimern und dem Futter gekommen sind, kamen sie schon angerannt. Seit dem Vorfall ist das vorbei. Sie trauen nicht mal mehr uns und das ist sehr schade!“ bedauert Kohl.

Experten waren am Dienstag in Lorscheid 

„Am Dienstag waren zwei Fachkräfte aus Mainz der Stiftung Natur und Umwelt RLP vor Ort. Ebenfalls kam ein Wolfsexperte der Spuren suchte und eine Tierärztin“ erklärt Silvia Kohl. Es wurden Proben mitgenommen, um zu ermitteln ob es sich um einen Wolf handeln könnte.

„Wir wissen das in den letzten Tagen, Wochen und Monaten einige Sichtungen gab die wie ein großer grauer wolfsähnlicher Hund aussahen. Aber ob es sich um einen Hund oder Wolf handelte, ist bislang völlig unklar“ so Kohl. „Die Sichtung eines großen grauen wolfsähnlichen Hundes hatte einen Tag zuvor ein Waldspaziergänger im Nachbarort.“

Großer Verlust für die Familie Kohl 

Für die Familie Kohl ist der Riss und die großen Verletzungen ein Schock und herber Rückschlag für ihre geliebte Tierhaltung, die sie mit ihrer Hingabe nachgehen. Viele der Schade sind derzeit trächtig und ein solcher Schreck ist nicht gut für alle Tiere.

„Wir wollen unsere Kollegen und alle Tierhalter warnen. Solange wir nicht wissen, um welches Tier es sich gehandelt hat, müssen wir auf der Hut sein“ so Kohl. Sie wollen jetzt nur noch eines: Schnelle Gewissheit und Aufklärung ob es tatsächlich ein Wolf oder ein wilder Hund gewesen ist.