Schwere Überflutungen in der Nordpfalz rund um Glan- Münchweiler

0
3312
Werbung

Glan- Münchweiler. Es blieb den ganzen Tag trocken und weitestgehend sonnig. Doch am späten Sonntagabend erreichte eine Gewitterzelle das Glantal und zog einfach nicht mehr weiter.
Innerhalb zwei Stunden fielen in der Verbandsgemeinde Oberes Glantal bis zu 60 Liter regen pro Quadratmeter. Dazu gab es starke Gewitter mit einer hohen Blitzintensivität und kleinkörnigem Hagel. Der Deutsche Wetterdienst hatte kurzfristig vor Überflutungen gewarnt.
Nach Angaben der Feuerwehr gab es um 21:03 Uhr den ersten Alarm in Nanzdietschweiler. Hier schlug der Blitz in einem Wohnhaus ein und verursachte eine Rauchentwicklung am Gebäude. Man ging von einem Wohnhausbrand aus. Vor Ort konnte das nicht bestätigt werden. Allerdings war die Panzersicherung durch einen Blitzschlag ausgelöst worden, auch das Dach des Anwesens war beschädigt. Zudem gab es einen Stromausfall in dem betroffenen Ort.
Noch während die Kräfte wieder auf der Rückfahrt zu ihrem Gerätehaus waren, erreichte sie ein Einsatz nach dem anderen. Es wurde Großalarm für sämtliche Wehren im oberen Glantal ausgelöst. Die Koordinierungsstelle wurde in der Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) in Glan- Münchweiler eingerichtet.
Fast minütlich kamen Notrufe über vollgelaufene Keller über die 112 rein. Betroffen waren Glan-Münchweiler, Nanzdietschweiler, Henschtal, Steinbach und Quirnbach. Der größte Einsatz gab es im Verlauf in der Ringstraße in Glan- Münchweiler. Hier lief an Neubau die Tiefgarage bis zu 1,50 Meter hoch voll. Autos in der Garage versanken in den Fluten. Ebenso wurden alle Kellerräume in Mitleidenschaft gezogen. Hier strömte das Wasser von der dahinterliegenden Bundesautobahn 62 über ein Wiesengelände in die Tiefgarage. Mit mehreren Tauchpumpen versuchten die Einsatzkräfte das Wasser abzupumpen. Dies schafften sie auch, brachten aber stundenlang bis zum frühen Montagmorgen. Hier entstand hoher Schaden.
Während des Starkregens ergossen sich Wassermassen von den Feldern über die Bundes-, Land- und Kreisstraßen und machten die zeitweise unpassierbar. Zwischen Henschtal und Steinach am Glan auf der B 423 kam es zu mehreren Erdrutschen. Die Strecke wurde Zentimeterhoch von Geröll und großen Steinen bedeckt. Schlamm und Geröll bahnten sich ihren Weg durch die Ortschaft von Henschtal. Die Feuerwehr sperrte die Straßen ab. Ebenso kam es auf der L 359 zu einem Erdrutsch. Auf der L 352 löste sich von einer Baustelle der Schotter und Sandbelag und bedeckte die Straße bis zu einem Meter hoch. Hier kam nur noch schweres Gerät durch, um die Straße wieder befahrbar zu machen. Der Landesbetreib für Mobilität unterstütze die Feuerwehren, kam aber auch mit ihren Arbeiten nicht mehr nach.
Die Feuerwehren Waldmohr und Schönenberg-Kübelberg wurde tätig im Rahmen des Alarm- und Einsatzplans Stromausfall und besetzten für diesen Zeitraum die Feuerwehrhäuser. Nach rund 45 Minuten konnte nach Wiedereintritt der Stromversorgung die Maßnahme beendet werden.
Auf der A 62 kurz vor der Anschlussstelle Glan- Münchweiler kam es zu einem Auffahrunfall. Bei schlechter Sicht konnten Autofahrer die überflutete Fahrbahn nicht erkennen und stoßen zusammen. Verletzt wurde niemand. Die Polizei sicherte den Autobahnabschnitt folglich ab, bis das Wasser abgeflossen war. Viele Unterführungen liefen ebenfalls voll. Verletzte gab es keine.
Bis um 4:15 Uhr zählte die Feuerwehr in der VG Oberes Glantal seit 21 Uhr über 45 Einsätze. Hierbei waren an die 80 Kräfte der Wehren aus Glan- Münchweiler, Börsborn, Matzenbach, Nanzdietschweiler, Quirnbach und Rehweiler im Einsatz. Weiterhin die Polizei, die VG- Werke und der LBM.

(Blaes)