Schwerer LKW- Unfall auf A1: Fast 200 Schweine sterben, aufwendige & stundenlange Bergung

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ACHTUNG! Bilder toter Tiere sind u.a. auch dabei!!

 

Wittlich. Am Samstagmorgen gegen 04:45 Uhr kam es auf der A1 zwischen der Anschlussstelle Salmtal und dem Kreuz Wittlich zu einem folgenschweren Unfall.
Nach Polizeiangaben kam ein LKW- Fahrer aus Frankreich in der Überleitung zur B50neu/ A60 links von der Fahrbahn ab, durchbrach die Schutzblanken und kippte in den Straßengraben um.
Bei dem verunfallten Lastwagen handelte es sich um einen Tiertransporter, welcher 195 lebende Schweine geladen hatte. Der Fahrer konnte sich mit Hilfe von Ersthelfern aus seiner Fahrerkabine retten und kam zunächst mit leichten Schürfwunden in ein Krankenhaus. Im Laufe des Vormittags konnte er das Krankenhaus wieder verlassen.
Dann hat die große und schwere Arbeit für alle Rettungskräfte begonnen. „Wir mussten uns zunächst Gedanken machen, wie wir die Schweine bestmöglich noch retten können und wie im Anschluss der LKW wieder geborgen wird“ erklärt Einsatzleiter Stephan Christ. Nachdem die Autobahn bis auf die linke Fahrspur in Richtung Wittlich abgesichert war, konnten die Arbeiten am dem Tiertransporter beginnen. Zunächst kamen Teileinheiten des Gefahrstoffzuges zum Einsatz, um ausgelaufene Kraftstoffe mit einer Pumpe in große Behälter abzupumpen. Auch ins Erdreich sind große Mengen Diesel gelaufen und mussten beseitigt werden. Währenddessen hatte die Feuerwehr mehrere hohe Bauschutzzäune organisiert und mit einem Feuerwehrfahrzeug zur Einsatzstelle gebracht.
Ein Ersatz- Tiertransportlastwagen ist währenddessen eingetroffen und positionierte sich an der Öffnung des verunfallten LKW. Mit einer Seilwinde wurde die Laderampe geöffnet. „Uns war schon vorneherein klar, dass viele Schweine wohl nicht überlebt haben werden“ so Christ. Und so war es auch. Zwar konnten viele Schweine lebend gerettet werden, aber ein Großteil ist bei dem Unfall verendet. Die toten Tiere wurden auf die Autobahn gezogen, rundherum großflächig Kalk verstreut, um das Blut zu binden. Von Anfang an waren zahlreiche Veterinäre und Schlachter mit dabei.
Und dann sind auch die Schwierigkeiten zum Vorschein gekommen. In einem Tiertransporter gibt es zwei Ebenen und mehrere Räume die geschlossen sind. Bedingt durch die Tatsache, dass der LKW seitlich im Graben lag, wurden viele Öffnungen verschoben. „Wir mussten uns quasi von Box zu Box durcharbeiten. Und das war garnicht so einfach“ erklärt der Einsatzleiter. Mit schwerem Gerät musste die Feuerwehr vorgehen. Mit der eigentlichen Rettungsschere, welche bei Autounfällen zum Einsatz kommen und Flexen wurde der LKW von außen aufgeschnitten. Die Arbeiten des zersägen und aufbekommen der einzelnen Boxen zog sich über mehrere Stunden hin.
Zwischenzeitlich sind Landwirte eines Lohnunternehmens in Landscheid mit großem Hublader und einem Anhänger voll Stroh eingetroffen. Sie wurden von der Einsatzleitung darüber informiert, dass man sie benötigt. Auf der Autobahn wurde das Stroh verteilt, um es den lebenden Schweinen wenigstens noch so gut wie möglich ergehen zu lassen. Sie mussten sich auch von der Anstrengung erholen. Weiterhin wurde ein großer Container bereitgestellt und mit Stroh gefüllt. Hier kamen die verendeten Schweine rein.
Die Fachkräfte des Veterinäramtes und die Metzger mussten auch vor Ort viele Schweine Notschlachten, da sie einfach zu schwach waren oder zu schwer verletzt wurden. Am Ende haben nur etwa von den 195 Schweinen, etwa 20 Tiere überlebt.
Für die Einsatzkräfte war dieser stundenlange LKW- Unfall ein Kraftakt. Die schweren, toten Tiere mussten teilweise mit einer Seilwinde aus dem LKW geborgen werden und schließlich mit einem Haken abtransportiert werden. Schwere, technische Geräte kamen zum Einsatz. Und dann der Geruch der lebenden und toten Schweine.
Nachdem alle Tiere aus dem LKW waren konnte die Bergung beginnen. Hierzu kam ein Kran und großer Abschlepper zum Einsatz. Auch musste Erdreich abgetragen und ausgetauscht werden. Der LBM war ebenfalls in großer Kräfteanzahl an der Einsatzstelle und war schließlich für die Reinigung zuständig.
Aufgrund der Tatsache, dass Triere ausbüxen könnten, musste die Autobahn 1 voll gesperrt werden. Das bedeutete das der Verkehr ab der AS Salmtal Richtung Wittlich abgeleitet wurde und in Richtung Trier ab dem Autobahnkreuz Wittlich. Ebenfalls betroffen waren die Überleitungen der A60 und B50neu.
„Wir hatten zwar schonmal ebenfalls im Kreuz Wittlich einen Unfall mit Trieren, welcher schon lange her ist, aber dieser Unfall war dann schon was Besonderes, weil er sehr zeitaufwendig und umfangreich war“ so das Fazit vom Einsatzleiter Stephan Christ.
Im Einsatz waren mehr als 70 Kräfte von FEZ Salmtal, Wehrleitung VG Wittlich- Land und Wittlich- Stadt. Die Feuerwehr aus Hetzerath, Teileinheiten des Gefahrstoffzuges Bernkastel- Wittlich, Standort Wittlich. Weiterhin das DRK Wittlich, die Autobahnpolizei Schweich, der Landesbetrieb Mobilität Rheinland- Pfalz, das Veterinäramt und verschiedene Landwirte.

(Blaes)