Tag nach dem Unwetter: Schäden in Häuser und den Weinbergen

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Trier. Einen Tag nach den schweren Überschwemmungen in Trier, während eines starken Unwetters hat das Aufräumen begonnen. Besonders betroffen waren viele Anwohner in Trier- Olewig. Im Kleeburger Weg wurde der kleine Geisbach zu einem reisenden Strom und verstopfte mit viel Treibgut ein Auffangbecken hinter den ersten Wohnhäusern der Straße. Dieser lief über und überschwemmte drei Häuser, teils bis zu einem Meter hoch. Die Feuerwehr und das THW waren stundenlang im Einsatz, um das Wasser abzupumpen.
Am Morgen danach wird das Bild nach den Fluten sichtbar. Überall Zentimeter hoher Schlamm und Geröll in den Gärten und Häusern. Markierungen an den Wohnhäusern zeigen, wie hoch das Wasser einmal stand. Auch bei den Eltern von Dagmar Rommel stand das Wasser bis zu einem halben Meter hoch. „Meine Eltern riefen mich an und sagten mir das ihr Haus überschwemmt sei. Ich habe mich sofort ins Auto gesetzt und bin zu ihnen gefahren“ erzählt Frau Rommel. Als sie an dem Haus ankam, indem sie auch aufgewachsen ist, waren bereits zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort. „Es war ein erschreckendes Bild. Überall nur Wasser. Im Garten und im Keller. Schrecklich“ erinnert sich Dagmar Rommel zurück. Doch machen konnten sie erst einmal nichts. Bis nach Mitternacht waren die Pumpen im Einsatz. „Heute Morgen haben wir erst einmal angefangen das Wasser aus dem Keller zu bringen. Mit dem Aufräumen warten wir noch bis der Gutachter, da war“ erzählt die gebürtige Olewigerin. Fest steht aber jetzt schon, dass die Waschmaschine und die Heizung nicht mehr zu retten sind. „In den 66 Jahren, welche meine Eltern hier wohnen, hat es so etwas noch nicht gegeben. Wir hoffen dass eine solche Flut sich nicht mehr wiederholt“ hofft Dagmar Rommel. Bei den Nachbarn, welche noch schlimmer getroffen wurden, sind schon zahlreiche Helfer eingetroffen, Hier wurde eine komplette Wohnung im Keller zerstört.
Im gesamten Stadtgebiet wurde am Freitagmorgen aufgeräumt. Viele Keller und Garagen mussten ausgeräumt werden. Das Grünflächenamt ist mit zwei Kolonnen unterwegs, um beschädigte Bäume umzusägen und große Äste zu entfernen. Auch die Putzkolonnen sind mit ihren Reinigungsfahrzeugen im Dauereinsatz.

Doch nicht nur das Wasser hat große Schäden angerichtet. Der schwere Hagel, hat enorme Schäden in den Weinbergen, vor allem in Olewig, angerichtet. Florian Haubs ist Winzer bei den vereinten Hospizien. Diese haben oberhalb von Trier- Olewig etwa 1,6 Hektar Fläche. „Der schwere Hagel hat sämtliche wachsende Trauben einfach zerschlagen und aufplatzen lassen“ erklärt der Winzer erschreckend. Das wird laut dem Fachmann zufolge haben, dass im Herbst, wenn die Trauben reifen verfaulen und andere gesunde Trauben anstecken. „Wir können damit rechnen, dass wir jetzt schon einen Ernteausfall von bis 40 % haben werden. Es darf jetzt nicht noch einmal ein solches Ereignis passieren“ resümiert Florian Haubs. Tiefe Gräben haben sich zwischen den Weinreben gebildet. Das Wasser hat sich in den Steillagen den Weg ins Tal gesucht und auch hier Straßen und Häuser überschwemmt.

(Blaes)