Amokfahrt-Prozess: Weitere Aussagen und mögliche Wiederholung des Prozesstages

Im Prozess um die tödliche Amokfahrt in der Trierer Innenstadt sind in dieser Woche drei Verhandlungstage angesetzt. Für Freitag, 19.11.2021, ist der nächste Termin geplant.
Am 19. August 2021 begann der Prozess am Trierer Landgericht. Foto: newstr

Mögliche Wiederholung des Prozesstages

Als am Dienstag, 16.11.2021, der Notar und eine weitere Zeugin ihre Aussagen machten, war der Lautsprecher des Angeklagten verändert worden, teilte der Verteidiger über seinen Mandanten am Mittwoch, 17.11.2021, mit. Daher habe er während des Verhandlungstages am Dienstag nicht alle Zeugenaussagen verstehen können. Das Landgericht Trier prüfe nun, ob der Prozesstag vom 16. November wiederholt werden muss – um damit eine Revision nach dem Urteil zu vermeiden. Warum das Problem nicht bereits am Dienstag kommuniziert wurde, ist unklar. Vonseiten der Richterin, Staatsanwaltschaft und Anwälten der Nebenklage wurde der Verdacht geäußert, den Prozess verzögern zu wollen.

Weitere Zeugenaussagen

Eine Zeugin sagte aus, sie habe den Angeklagten kurz vor dem 01. Dezember zufällig auf der Straße in Zewen getroffen. Die ehemalige Mitschülerin teilte mit, der Angeklagte habe über seine Wohnsituation bei einer Freundin berichtet. Warum er sich keine eigene Wohnung nehme, habe die Zeugin ihn gefragt. Daraufhin habe der Angeklagte geantwortet, dass er eher einen Amoklauf machen würde, dann würde er ein Bett und warmes Essen bekommen. Nach eigener Aussage habe die Zeugin die Äußerung damals nicht ernst genommen.

Auch sagten in dieser Woche zum ersten Mal Augenzeugen aus, die während der Tat in der Innenstadt waren. Eine Augenzeugin berichtete, wie ein Süßigkeitenstand gerammt wurde und eine Frau „wie eine Puppe“ durch die Luft flog. Die Ärztin habe versucht, erste Hilfe zu leisten, aber die Frau war sofort tot. Ein weiterer Zeuge berichtete, wie das Auto am Tattag mit etwa 70 bis 90 Stundenkilometer durch die Straße gerast ist und anschließend eine rote Ampel überfuhr.

Wochen vor der Tat in der Wache erschienen

Ein weiterer Polizist wurde am Mittwoch, 17.11.2021, befragt. Laut Aussage erschien der Angeklagte wenige Wochen vor der Tat am 01. Dezember 2020 in der Wache. Vor Ort habe er von medizinischen Versuchen in seiner Kindheit berichtet, für die er sehr viel Geld bekomme habe, welches er nun einfordere. Die Polizeibeamten teilten dem Mann mit, dass dies keine polizeiliche Angelegenheit sei und er sich an einen Anwalt wenden solle. Obwohl die Geschichte dem Beamten seltsam erschien, machte der Angeklagte damals keinen verwirrten Eindruck.