Hochwasserschutz: Aufbau eines mobilen Hochwasserdeiches

Um den Schutz der Innenstadt im Katastrophenfall zu verbessern, wurde der Aufbau eines 400 Meter langen Element des mobilen Hochwasserdeiches geprobt.

Der Aufbau eines mobilen Hochwasserdeiches wurde bereits am Zurlaubener Ufer geprobt. Foto: Andreas Sommer

Mobiler Hochwasserschutz

Der mobile Hochwasserschutz wurde nach einem Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2018 im Rahmen der Hochwasservorsorge angeschafft. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 560.000 Euro.

Die Elemente haben eine Länge von 1.400 Metern und Höhen zwischen 40 und 150 cm. Damit soll der bestehende Deich, der die Innenstadt vor einem 50-jährigen Hochwasser (HQ 50) schützt, erhöht werden. Dieser wurde um 1930 angelegt und hat eine Länge von 6,5 Kilometern. Demnach schützt dieser die Innenstadt bis zu einem Wasserpegel von 11,28 Meter. Bei der Übung wurde der Aufbau eines Elements des mobilen Hochwasserdeiches von 400 Metern geprobt. Eine weitere Übung ist Ende November geplant.

Schutz bei 100-jährigem Hochwasser

Bei einem 100-jährigen Hochwasser wird für Trier ein Pegel von 11,78 Meter angenommen. Mithilfe des mobilen Hochwasserdeiches wird der Schutz auf knapp 11,80 Meter erhöht – erst ab diesem Pegel würde das Wasser über den Deich hinweg laufen. Grundsätzlich wird bei einem Hochwasser der durchschnittliche Pegelanstieg der Mosel mit 10 cm pro Stunde angenommen.

Bis das Wasser über den Deich läuft, müssten bereits größere Evakuierungen in der Trierer Innenstadt laufen. Der Mobildeich ist eine grundsätzliche Absicherung, um die Innenstadt im Falle des Hochwassers länger zu schützen und mehr Zeit für Evakuierungsarbeiten zu haben.

Konzept des Hochwasserdeiches

Der mobile Deich gehört zu einem umfangreichen Hochwasser- und Starkregenkonzeptes, das für die Stadt Trier erstellt wurde. Innerhalb von Workshops wird das Konzept in Trierer Stadtteilen vorgestellt und mithilfe des Erfahrungswissen der Menschen vor Ort ergänzt – diese Workshops dauern noch an, der nächste Termin ist am 07. Dezember für Trier-Nord.

Die Berufsfeuerwehr hat ihre Alarm- und Einsatzpläne anhand der neu erstellten Starkregengefahrkarten angepasst und die Einsatzkräfte entsprechend geschult. Der im „Alarm- und Einsatzplan Hochwasser“ geregelte Maßnahmenkatalog reicht je nach Pegelstand von Straßensperrungen und dem Schutz öffentlicher Gebäude über den Einsatz von Sandsäcken und mobilen Schutzelementen bis hin zu Evakuierungen. 

In den vergangenen Jahren wurde der Mobildeich in zwei Bauabschnitten vom Land Rheinland-Pfalz ertüchtigt und das Ufer zugleich aufgewertet: Geh- und Radwege wurde verbreitet sowie Treppen und Sitzgelegenheiten angelegt. Zudem wurde eine Flutmulde angelegt.

Hier gibt es mehr Informationen der Stadt Trier.