Politiker aus ganz Deutschland reagieren entsetzt nach dem Mord in Idar-Oberstein

Die Tat hat ganz Deutschland erschüttert: ein 20-Jähriger wurde während seiner Arbeit in einer Tankstelle erschossen. Auch Politikerinnen und Politiker melden sich zu Wort:

Ein junger Mann (20) wurde in Idar-Oberstein während seines Minijobs in einer Tankstelle brutal erschossen. Die Tat hat mittlerweile ganz Deutschland schockiert. Spätestens seitdem feststeht, dass der Hinweis auf die aktuelle geltende Maskenpflicht die Ursache für den Mord ist. Täglich kommen Menschen und gedenken dem jungen Mann, indem sie Blumen und Kerzen niederlegen.

Doch es gibt auch die andere Seite der Gesellschaft in Deutschland. Die Rechtsszene benennt den Mord als Notwehr für den 49- jährigen Täter. Er fühle sich ja, (wie beschrieben wurde) von dem „Corona-Wahn“ in die Enge getrieben. In den einschlägigen extremistischen Foren wird die Tat der vermeintlichen „Tyrannei“ des Staates und seiner Institutionen zugerechnet. Innenminister Lewentz verurteilt dies deutlich. Er warnt davor, eine solch schreckliche Gewalttat für extremistische Ziele zu vereinnahmen.

Dreyer und Lewentz zeigen Anteilnahme 

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz sind schockiert über den schrecklichen Mord an einem 20-jährigen Tankstellenmitarbeiter in Idar-Oberstein. Ihre Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des Opfers.

Der Schock sitzt tief, meine Gedanken sind bei Familie und Freunden des Opfers.  Die Tat muss aufgeklärt, der Täter bestraft werden. Im Netz instrumentalisieren Corona-Leugner bereits die Tat. Das beobachten wir genau. In Rheinland-Pfalz verfolgen wir Hass und Hetze konsequent und ziehen alle zur Verantwortung, die im Netz Hass säen“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Auch der Innenminister warnt vor dem Hintergrund des furchtbaren Mordes vor der abscheulichen Instrumentalisierung der Tat in den sozialen Netzwerken. Die Sicherheitsbehörden registrieren bereits eine deutliche Instrumentalisierung der Tat.

„Wenn Anhänger rechtsextremer Verschwörungsideologien und Corona-Leugner die Tat zu Propagandazwecken missbrauchen und einen Mord für ihre perfiden Zwecke nutzen, dann betreiben sie abscheuliche Stimmungsmache und zeigen dadurch ihr wahres Antlitz“, so Lewentz.

Je weiter diese Tat in die Bundeshautstadt Berlin durchdringt, umso mehr Politiker melden sich zu Wort:

„Es erschüttert mich sehr, dass ein Mensch getötet wird, weil er sich und andere schützen wollte… Wir müssen uns als Gesellschaft dem Hass entschlossen entgegenstellen“, Olaf Scholz (SPD).

„Dieser Hass in unserer Gesellschaft muss ein Ende haben… Wir dürfen das nicht zulassen, dass diese Pandemie so banalisiert wird, wie das manchen politische Gruppen tun.“, Armin Laschet (CDU).

„Mich erschüttert der Mord an einem jungen Mann, der nur darum bat, die geltenden regeln zu befolgen, umsichtig und solidarisch zu sein“, Annalena Baerbock (Die Grünen).

„Eine Gesellschaft, in der so etwas möglich ist, kann nicht einfach zum Alltag zurückkehren. Wir müssen uns Fragen stellen und nach Antworten suchen.“, Volker Wissing (FDP)

„Ein 20-jähriger Tankstellenmitarbeiter wird ermordet, weil er auf die Einhaltung der Maskenpflicht hinweist. Jetzt wird der Mord in den rechten Szenen gefeiert.“, Janine Wissler (Die Linke).

„Der 49-Jährige tötete den jungen Menschen an der Tankstelle weil er selbst keine Maske tragen wollte. Das ist leider Teil einer zunehmenden Radikalisierung der Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen. Leider ist es nicht nur das Internet, wo gehetzt wird.“, Karl Lauterbach (SPD).

„Der Mord in Idar-Oberstein macht tief betroffen. Wie sehr muss man sich verirren, um Einkaufen ohne Maske für wichtiger als ein unschuldiges Leben zu halten? Kontroverse Debatte, auch Protest ist das eine. Doch diesem verrohten Pandemie-Extremismus müssen wir entgegentreten.“, Jens Spahn (CDU).

Der Schock in Idar-Oberstein ist groß. „Das ist eine ganz unfassbare, schreckliche Tat, die hier in Idar-Oberstein passiert ist“, so Oberbürgermeister Frank Frühauf (CDU). Die Betroffenheit der Bürger vor Ort sei groß. „So eine Tat kann man mit nichts vergleichen. Es wird eine Zeit dauern, bis man das verarbeitet hat“, sagt er.