Polizeimord bei Kusel: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine weitere Person

Die Ermittlungen im Fall der tödlichen Schüsse auf Polizeikräfte bei Kusel stehen laut der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern kurz vor dem Abschluss. Offenbar wird noch gegen eine dritte Person ermittelt. Dabei soll es um den Verdacht der fahrlässigen Tötung gehen.
Im Fall der getöteten Polizeikräfte nahe Kusel soll gegen eine dritte Person ermittelt werden. Foto: Florian Blaes

Anklage wird bald erhoben

Offenbar steht die Erhebung der Anklage im Fall des Mordes an zwei Polizeikräfte kurz bevor, berichtet der Saarländische Rundfunk (SR). Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern rechne in den nächsten zwei Wochen mit der Anklage. Der Leiter der Staatsanwaltschaft Kaiserlautern, Udo Gehring, habe dem SR mitgeteilt, dass in der nächsten oder übernächsten Woche mit einer „abschließenden Verfügung“ zu rechnen sei.

Ermittlungen gegen dritte Person

Darüber hinaus berichtet der Saarländische Rundfunk von Ermittlungen gegen eine dritte Person. Bislang ging es im Fall um die tödlichen Schüsse auf zwei Polizeikräfte um den mutmaßlichen Schützen Andreas S. (38), der unter alleinigem Mordverdacht steht, und seinen 32-jährigen Komplizen, dem Strafvereitelung und gewerbsmäßige Jagdwilderei vorgeworfen werden. Der Vorwurf des Mordes gegen den 32-Jährigen wurde bereits fallengelassen.

Der Leiter der Staatsanwaltschaft Kaiserlautern habe dem SR bestätigt, dass ein Ermittlungsverfahren gegen die Person eingeleitet wurde, „auf deren Waffenbesitzkarte die beiden Tatwaffen eingetragen waren“. In dem Fall stehe der Verdacht der fahrlässigen Tötung im Raum, so die Informationen des SR. Zusätzlich seien die Tatwaffen „offenbar nicht vorschriftsmäßig gelagert und gesichert worden“, daher gehe es neben dem Verdacht der fahrlässigen Tötung um Verstöße gegen das Waffenrecht.

Identität der dritten Person nicht bestätigt

Unklar sei, ob es sich bei der dritten Person um die Ehefrau des mutmaßlichen Täters Andreas S. handelt. Udo Gehring hat dazu keine Äußerungen getroffen. Laut einem SPIEGEL-Bericht waren Waffen desselben Typs und Kalibers –  eine doppelläufige Schrotflinte und ein Jagdgewehr Winchester Bergara 308seit Mitte 2021 auf der Waffenbesitzkarte der Frau zugelassen. Sie sei ebenfalls Jägerin.

 

Artikel Saarländischer Rundfunk (05.05.2022), Artikel von SOL.de (06.05.2022), Eigene Berichte, Artikel von Spiegel