SWR- Fernsehen überträgt Gedenkgottesdienst am 1. Dezember- weitere mediale Angebote „ein Jahr danach“

Ökumenischer Gedenkgottesdienst und Reportage am Mittwoch, 1. Dezember 2021, im SWR Fernsehen ab 13:45 Uhr bzw. 20:15 Uhr / SWR1 und SWR4 Rheinland-Pfalz berichten.

SWR/Stadt Trier/Ernst Mettlach

In einer Woche, vor einem Jahr: Am 1. Dezember jährt sich die Amokfahrt von Trier, bei der ein Autofahrer in der Fußgängerzone fünf Menschen tötete und viele verletzte. Das SWR Fernsehen überträgt aus diesem Anlass den Ökumenischen Gedenkgottesdienst aus dem Hohen Dom zu Trier ab 13:45 Uhr und sendet am Abend ab 20:15 Uhr die Reportage „Die Amokfahrt von Trier – Wie weiterleben nach dem Trauma?“.

Ökumenischer Gottesdienst beginnt mit Glockengeläut zum Gedenken

Die Amokfahrt in der Trierer Fußgängerzone am 1. Dezember 2020 hat viele Menschen aufgewühlt und betroffen gemacht, weit über die Mosel-Stadt hinaus. Um allen eine Teilnahme zu ermöglichen, übertragt das SWR Fernsehen den Trauer- und Gedenkgottesdienst live aus dem Hohen Dom zu Trier. Er beginnt mit Glockengeläut um 13:46 Uhr, dem Zeitpunkt der Tat. Die griechisch-orthodoxe Kirche, die neuapostolische, die katholische und die evangelische Kirche gedenken dabei gemeinsam der Opfer und der Hinterbliebenen. Lange Zeit war nicht klar, wie viele Menschen überleben würden. Nun, genau ein Jahr nach der Tat, gedenken alle gemeinsam: Diejenigen, die jemanden bei der Amokfahrt verloren haben, und diejenigen, die selbst unmittelbar von der Tat betroffen sind.

Hinterbliebene der Amokfahrt von Trier im Mittelpunkt der Reportage

„Ich habe keinen Hass auf diesen Mann, aber er gehört für immer weggeschlossen. Er hat meine Schwester getötet,“ sagt Wolfgang H. mit lauter Stimme. Der Trierer sucht Antworten auf eine Frage: Warum? Seine Schwester Ursula war das erste Opfer der Amokfahrt, bei der ein Mann am 1. Dezember 2020 in Trier fünf Menschen tötete und viele andere verletzte. Aber nicht der mutmaßliche Täter, der sich inzwischen vor Gericht verantworten muss, steht im Mittelpunkt der Dokumentation von SWR Autor Jürgen Schmidt. Es sind vielmehr die Hinterbliebenen der Opfer und die Zeuginnen und Zeugen des Ereignisses, deren Leben diese Tat verändert hat. Neben Wolfgang H. kommt Friedl Schulz zu Wort. Der Arzt hat seine Praxis am Trierer Hauptmarkt und leistete unmittelbar nach der Tat Erste Hilfe. Dort waren ein Mann und seine kleine Tochter getötet worden. „Es war schlimm, wir konnten nichts mehr für die beiden machen,“ sagt er. Die Bilder des toten kleinen Mädchens erscheinen ihm bis heute.

Wie leben die Menschen mit den Folgen der Tat?

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe war nach der Nachricht von der Tat sofort in die Innenstadt gelaufen. „Da vorne liegt ein Schuh und das Mädchen dazu ist tot“, sagt er in einem ersten Interview vor Ort. Nach diesen Worten versagt ihm die Stimme, aber in den Tagen danach berührt er mit empathischen Worten die Menschen in Trier, spricht vielen aus dem Herzen. Auch Monate später sind es die Bilder mit dem Schuh, die ihn immer wieder bewegen. Wolfgang H. hat nach dem Verlust seiner Schwester bei einem Psychologen Hilfe gesucht. „Manchmal geht es mir gut, aber es gibt auch Tage, da kommt wieder alles hoch und es geht mir sehr schlecht“. Das SWR Fernsehen hat Wolfgang H. durch das gesamte Jahr begleitet. Im September 2021 konnte seine Schwester beigesetzt werden – erst jetzt, weil ihr Mann, der bei der Amokfahrt verletzt wurde, so lange in der Reha war. Der trauernde Bruder, der Ersthelfer, der Oberbürgermeister – drei Trierer, die für viele Menschen stehen, die diesen schrecklichen Tag erlebt haben. Am ersten Jahrestag sprechen sie über das Ereignis und darüber, wie sie seither weiterleben.

Programm:

Ökumenischer Gedenkgottesdienst

für die Betroffenen der Amokfahrt vom 1. Dezember 2020

live ab 13:45 Uhr

aus dem Hohen Dom zu Trier

„Die Amokfahrt von Trier – Wie weiterleben nach dem Trauma?“

ab 20:15 Uhr im SWR Fernsehen und danach für 12 Monate in der ARD-Mediathek ardmediathek.de

Ab 21 Uhr beschäftigt sich das SWR Fernsehen mit dem Thema: „Die innere Kraft – Können wir Resilienz lernen?“

Auch die Hörfunkprogramme SWR1 und SWR4 Rheinland-Pfalz greifen das Ereignis am 1. Dezember in ihrer Berichterstattung auf.