Waldrach. Am Dienstagabend gegen 20:25 Uhr kam es zu einem folgenschweren Traktorunfall in den Weinbergen zwischen Waldrach und Kasel.
„Wir wurden zu einem abgestürzten Traktor in die Weinberge alarmiert. Das kann für uns Rettungskräfte zunächst einmal alles bedeuten“ beschreibt Frank Rohde die erste Situation. Die eingesetzten Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst treffen schnell an der Einsatzstelle mitten in den Weinbergen an. „Wir haben dann einen Traktor vorgefunden, der etwa 80 Meter eine steile Böschung abgestürzt ist und der Fahrer auf einer Wiese unweit der landwirtschaftlichen Maschine liegend“ so die Lage nach dem Eintreffen vom Einsatzleiter.
Umgehend wurden mehrere Seile den Abhang heruntergelassen, sodass sich die Einsatzkräfte gefahrlos abseilen konnten. Unweit der Unfallstelle konnte auch der Rettungshubschrauber eine Lademöglichkeit finden und gemeinsam mit dem Notarzt und dem Rettungsdienstpersonal den Fahrer versorgen. „Der Traktor hat sich wohl mehrfach überschlagen und ist dann an zwei Bäumen hängen geblieben. Der Fahrer der Maschine wurde herausgeschleudert“ so Rohde. Nachdem der 57- jährige Mann notärztlich erstversorgt war, wurde er mit einer Schleifkorbtrage zum Hubschrauber gebracht und mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus geflogen.
„Wir haben den Traktor mit einem Stahlseil gegen weiteres Abrutschen gesichert und auslaufende Kraftstoffe mit mehreren Wannen aufgefangen“ erklärt der Einsatzleiter. Für die Rettungskräfte bedeutete die Arbeit in dem Hang einen enormen Kraftakt. Materialien mussten über die Seile aufwendig hoch und runtergebracht werden.
Unterdessen ist im Verlauf des Einsatzes Christopher Steil von Steil Kranarbeiten an der Einsatzstelle eingetroffen. „Ich verschaffe mir nun eine Übersicht der Lage und entscheide gemeinsam mit der Polizei und der Feuerwehr wie wir bei der Bergung vorgehen“ erklärt der Außendienstmitarbeiter.
Hierbei wurde gemeinsam beschlossen, dass von der Triererstraße aus, ein Kran aufgestellt wird und der Traktor über eine Autowerkstatt aus dem Wald gehoben und schließlich geborgen wird. Die Drehleiter der Feuerwehr wurde auf dem Gelände des Autohauses aufgestellt und 30 Meter ausfahren. So konnte eine große Fläche ausgeleuchtet werden. In den Weinbergen wurde ebenfalls über ein Feuerwehrfahrzeug die Einsatzstelle großräumig ausgeleuchtet. „Ein Mitarbeiter wird nun am Traktor selbst die Befestigungen übernehmen und ein weiterer den schweren Kran steuern. Beide sind dabei über Funk miteinander verbunden“ erklärt Christopher Steil. Für die gesamte Bergung sind viele Stunden zusammengekommen. Gegen Mitternacht konnte der völlig zerstörte Traktor angehoben und geborgen werden.
Während des Einsatzes hat sich auch die Verbandgemeindebürgermeister Stephanie Nickels ein Bild von der Lage gemacht.
Gegen 00:30 Uhr am Mittwochmorgen konnte der Einsatz nach vier Stunden beendet werden. „Unfälle in den Weinbergen gibt es immer wieder. Doch einen solchen Einsatz gab es hier im Ruwertal für die Feuerwehr auch noch nicht“ resümiert Frank Rohde als Einsatzleiter.
Im Einsatz waren mehr als 40 Kräfte von Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) und Wehrleiter VG Ruwer. Die Feuerwehren aus Waldrach, Kasel und Schöndorf. Weiterhin das DRK Schweich, der Air Rescue aus Luxemburg mit Notarzt, die First Responder Ruwertal, die Polizei Schweich und die Bergungsfirma aus Trier- Ehrang.

(Blaes)