Amokfahrt-Prozess: Aussage des Notars

Am heutigen Prozesstag um die Trierer Amokfahrt vom 01. Dezember 2020 hat ein Notar ausgesagt, der einen Tag vor der tödlichen Fahrt durch die Innenstadt von dem Angeklagten aufgesucht wurde.
Seit 19. August wird der Fall vor dem Schwurgericht verhandelt. Foto: newstr

Notar spricht als Zeuge

Weil er als Kind an einem „Versuchsreihe mit radioaktiven Spritzen“ teilgenommen habe, sollen ihm mehrere Hunderttausend Euro zustehen, sagte der Angeklagte im Verhör nach seiner Festnahme am 01. Dezember 2020. Das Geld solle im Tresor eines Trierer Notars aufbewahrt werden, der ihm das Geld unterschlagen habe. Heute, 16. November, wurde der besagte Notar als Zeuge geladen. 

Laut Aussage des Notars sei der Angeklagte am Montag, 3o. November 2020 ohne Anmeldung in seiner Kanzlei erschienen. Er habe ihm von einer medizinischen Versuchsreihe berichtet, an der er als Kind teilgenommen habe. Die Entlohnung dafür, mehrere Hunderttausend Euro, sei durch Grundbuchurkunden belegt. Demnach wollte er von dem Notar wissen, wo er diese Urkunden einsehen könne. Das Gespräch sei sehr kurz und sachlich gewesen. Obwohl dem Angeklagten anzumerken war, dass er „unter Strom“ stand, sei er höflich gewesen.

Gegenüber eines Beamten sagte der Angeklagte im Verhör aus, dass er sich durch den Notar gedemütigt gefühlt habe, weil er „erniedrigend2 behandelt wurde. Dies konnte am heutigen Verhandlungstag durch den Notar abgewiesen werden.

Angeklagter schweigt weiterhin

Zuvor hatten der Leiter der Mordkommission und der eingerichteten Sonderkommission „Fußgängerzone“ sowie eine enge Bekannte des Angeklagten ihre Aussagen gemacht. Christian Soulier, Chef der 50-köpfigen Sonderkommission, sagte aus, dass der überzeugt ist, die Amokfahrt sei im Voraus geplant gewesen. Über das Verhör nach der Festnahme des mutmaßlichen Amokfahrers äußerte sich Soulier ähnlich wie bereits andere Beamte zuvor.