Amokfahrt-Prozess: Weitere Aussagen von Polizisten

Nach drei Wochen wird der Prozess um die Amokfahrt am Mittwoch, 27. Oktober, fortgeführt. Weitere Polizisten machten ihre Aussagen. Dabei ging es vor allem um den Angeklagten als Person.
Die Verhandlung vor dem Schwurgericht wird fortgeführt. Foto: newstr
Die Verhandlung vor dem Schwurgericht wird fortgeführt. Foto: newstr

Tochter des verstorbenen Senior als Nebenklägerin zugelassen

Nachdem am Freitag, 22. Oktober, ein 77-Jähriger Nebenkläger verstorben ist, wurde heute dessen Tochter als Nebenklägerin zugelassen. Die Ehefrau des Verstorbenen starb während der Amokfahrt im Dezember 2020.
Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft die Obduktion des Leichnams des Seniors beantragt. Es werde geprüft, inwieweit der Tod des Mannes mit den Verletzungen durch die Amokfahrt zusammenhängen. Abhängig von den Ergebnissen der Untersuchung könnte der Angeklagte im laufenden Prozess auch wegen Mordes in dem Fall des 77-Jährigen verurteilt werden.

Kein strafrechtlicher Vermerk

Beamte, deren Auftrag es war, mehr über den Angeklagten als Person und sein Leben herauszufinden, machten am Mittwoch, 27. Oktober, ihre Aussagen. Den Berichten nach war er bis zu der Amokfahrt am 01. Dezember 2020 strafrechtlich nicht aufgefallen. Lediglich ein Vermerk über das vermeintliche Falschparken sowie ein Fall von Beleidigung seien vermerkt. Bis April 2020 war der Angeklagte in einer Elektrofirma angestellt, allerdings sei das Arbeitsverhältnis auf dessen Wunsch aufgelöst worden.

Den Aussagen zufolge, war die letzte bekannte Wohnanschrift das Benedict-Labre Haus in Trier, wo ihm bereits 2015 wegen Streitigkeiten Hausverbot erteilt wurde. Zudem habe der Angeklagte bei zwei Krankenkassen offene Beitragszahlungen von fast 21.000 Euro.

Polizist schildert Lage in der Innenstadt

Einer der Beamten, der am 01. Dezember 2020 im Einsatz war, schilderte seine Eindrücke, nachdem er in die Innenstadt geschickt wurde. Vor Ort habe er ein „riesen Chaos“ erlebt – überall waren Schreie zu hören, Menschen seien in verschiedene Richtungen gelaufen. Am Boden habe er Personen liegen gesehen, die bereits tot waren. Die Situation sei schwierig gewesen. Außerdem sei er für den Transport des Angeklagten zuständig gewesen. Man habe ihn mit vier bis fünf Leuten in die Dienststelle gebracht.

Aussagen der Polizisten

Beim letzten Verhandlungstag, 06. Oktober, sprachen Polizisten über die Vernehmung nach der Festnahme des Angeklagten. Bei den ersten Vernehmungen habe der mutmaßliche Amokfahrer ausgesagt, er habe als Kind bei einer „Versuchsreihe mit radioaktiven Spritzen“ teilgenommen. Das ihm dadurch zustehende Geld in Höhe von 350.000 bis 500.000 Euro sei ihm von einem Trierer Notar unterschlagen worden, was dazu führte, dass er sich gedemütigt fühlte.