Aus ehemaliger Kirche wird einmaliges Wohngebäude in Trier-Ehrang

In Trier-Ehrang ist es gelungen, eine profanierte ehemalige Kirche vor dem Abbruch zu retten und zu einem außergewöhnlichen Wohngebäude mit

Florian Blaes/ newstr (3)

In Ehrang'>Trier-Ehrang ist es gelungen, eine profanierte ehemalige Kirche vor dem Abbruch zu retten und zu einem außergewöhnlichen Wohngebäude mit einmaligem Ambiente und familienfreundlichen Wohnungen umzubauen.

Bezahlbarer Wohnraum

Damit nicht genug: Die 17 im Rahmen der Wohnraumförderung der Investitions-und Strukturbank Rheinland-Pfalz(ISB) entstanden Wohnungen sind mietpreisgebunden. In dem gefragten Wohnunikat ist auf diese Weise bezahlbarer Wohnraum für alle entstanden:15 Wohnungen wurden im sogenannten Programm „bis zur Einkommensgrenze“ (Wohnberechtigungsschein) für nur 6 Euro pro Quadratmeter und 2 Wohnungen im erweiterten Programm mit erhöhten Einkommensgrenzen für 7 Euro pro Quadratmetergeschaffen.

Hintergrund

Die Kirche Christi Himmelfahrt wurde bereits 2016 profaniert. Das Dach war damals bereits so kaputt, dass die Kirche schon nicht mehr genutzt wurde und die Gemeinde eine Reparatur nicht mehr stemmen konnte. Im Frühjahr 2018 ging deshalb die katholische Kirchengemeinde St. Peter Ehrang (vormals: Kirchengemeinde Christi Himmelfahrt in Ehrang) auf Dr. Martin Koch & Jan Eitel zu, weil einigen Gemeindemitgliedern die von Dr. Martin Koch zu Wohnraum umgebaute ehemalige Kirche Mariä Himmelfahrt im unweit entfernten Ortsbezirk Quint bekannt war und man hiervon sehr angetan war. Zuvor hatte die Gemeinde zahlreiche Gespräche mit anderen Bauträgern geführt, die leider nicht zum Erfolg führten. Im Gegenteil, der Abbruch wurde empfohlen. Ein Abbruch der (ehemaligen) Kirche kam für die Trierer Projektentwickler nicht in Betracht. Allein die vielen Emotionen, die mit so einem Gebäude verbunden sind – seien es Taufen, Beerdigungen, getätigte Spenden, Trauungen etc. – verbieten dies. Es ging darum, die Kirche im Dorf zu lassen. Gemeinsam mit dem Verwaltungsrat der Kirchengemeinde wurde nach Lösungen gesucht. Dabei Stand der Gedanke im Vordergrund, dass in dem ehemaligen Gotteshaus keine Luxuswohnungen entstehen, sondern bezahlbarer Wohnraum für Normalverdiener und vor allem für Familien.

Projektentwicklung und Bauausführung

Nach Kauf wurde seitens des Bauherrn die Immprinzip GmbH & Co. KG beauftragt, die Projektentwicklung zu übernehmen und den Bau als Generalunternehmer zu realisieren. Die Immprinzip hat allein in Trier bereits 4 große Wohngebäude mit 66 geförderten Wohnungen (früher: „sozialer Wohnraum“; heute: „geförderter Wohnraum“) errichtet und ist spezialisiert auf die Realisierung von bezahlbarem, gefördertem und mietpreisgebundenem Wohnraum sowie auf ausschließlich nachhaltige Projekte.

Die Förderung

Dankbar ist der Bauherr vor allem dem Land und der ISB, die so ein Projekt mithilfe der ISB-Darlehen und den damit verbundenen Tilgungszuschüssen überhaupt erst ermöglichen! Als Förderbank des Landes setzt die Investitions-und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) die Programme der Landeswohnraumförderung um und unterstützt Investoren, die neuen bezahlbaren Wohnraum schaffen oder bereits bestehenden erhalten, mit zinsgünstigen Krediten und Tilgungszuschüssen. „Die Förderung dieses Objektes ist bislang einmalig“, sagte ISB-Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer. Noch nie habe die ISB den Umbau einer ehemaligen Kirche in Wohnraum gefördert. „Wir freuen uns sehr, dass wir zu bezahlbarem Wohnraum in Trier beitragen können.“

Das Wichtigste: Die Bewohner

Der inklusive Mietermix reicht von jungen Familien, alleinerziehenden Müttern und Menschen mit Behinderungen bis hin zu einer Wohngruppe für junge Menschen mit bestimmten Einschränkungen. Neben den barrierefreien Wohnungen gibt es auch eine rollstuhlgerechte Wohnung, die kurzfristig an ein Ehepaar vergeben werden konnte, welches gerade seine EG-Wohnung in Alt-Ehrang durch die Flutkatastrophe verloren hatte und deren speziellen Bedarfe hier hervorragend erfüllt werden können.

Zahlen und Fakten

Bauherr:

Projektgesellschaft ehm. Kirche Christi Himmelfahrt GmbH & Co.KG Kommanditisten: Jan H. Eitel, Dr. Martin Koch, Jürgen Raber und die Mons Tabor Immobilen GmbH & Co. KG (= Zusammenschluss von Privatleuten; gemanaged von Böker & Paul.

Projektentwicklung und Bau:

Immprinzip GmbH & Co. KG: Die Immprinzip GmbH & Co. KG ist ein Unternehmen der Gesellschafter Jan H. Eitel, Dr. Martin Koch und Jürgen Raber

Investitionsvolumen:
4,4 Millionen Euro
Förderung:
Aufgrund der 25-jährigen-Mietpreisbindung wurde ein Tilgungszuschuss in Höhe von rund 780.000 Euro und ein Darlehen von rund 2.7 Mio. durch die ISB gewährt.
Wohnungen und Wohnfläche:
1.480 qm Wohnfläche: 17 Wohnungen (davon 3x 5-Zimmer, 4x 4-Zimmer, 5x 3-Zimmer und 5x 2-Zimmer).
Besonderheiten:
  • 100% geförderter Mietwohnungsbau
  • Sehr günstige Mieten: 6 Euro/qm bei 15 Wohnungen und 7 Euro/qm bei 2 Wohnungen
  • 25-jährige Bindungsfrist = Mietendeckel / keine Erhöhung der Mieten (Inflationsanpassung möglich)
  • KfW-Standard 115 trotz Altbausanierung-Kirchenkonversion
  • Erstmalig geförderter Wohnraum in ehemaliger Kirche – bundesweit einmalig. Trier ist Vorreiter!
Kirche Christi-Himmelfahrt
  • 1955 erbaut von Prof. Dr. Fritz Thoma
  • 1978 Umbau und Innenrenovierung durch Peter van Stipelen.-Fenster von R. Schillings
  • 2015 Kirche aufgrund von Mängeln in der Dachkonstruktion aufgegeben
  • 2016 am 01. August offiziell profaniert(entweiht)
  • Zunächst keine Folgenutzung, Abbruch stand im Raum
  • 2018 erster Kontakt zu den Projektentwicklern Dr. Martin Koch und Jan Eitel
  • 2019 Erwerb, Entwicklung, Planung, Genehmigung
  • 2020 Baubeginn
  • 2021 Fertigstellung Ende August