Blindgänger gesucht: Bohrungen nach alten Fliegerbomben am Augustinerhof

Am Humboldt-Gymnasium und am Theater werden derzeit Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. Dazu sind Experten einer auf Kampfmittelräumung spezialisierten Firma angerückt.
Für die Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg werden am Augustinerhof in regelmäßigen Abständen Löcher gebohrt. Foto: Presseamt Trier
Für die Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg werden am Augustinerhof in regelmäßigen Abständen Löcher gebohrt. Foto: Presseamt Trier

Suche nach Weltkriegsbomben

Seit Montag, 21.03.2022, arbeiten Experten einer auf Kampfmittelräumung spezialisierten Firma neben dem Trierer Humboldt-Gymnasium. Sie sind auf der Suche nach möglichen Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Dazu bohren die Experten Löcher in den Boden.

„Über jede Stelle, an der die Auswertung von Luftbildern einen Verdachtspunkt ergeben hat, legen wir ein Raster von 37 Bohrungen im Abstand von zwei Metern“, erklärt Projektleiter Gunther Müller von der Firma Nolte Services aus Nottuln (NRW). Jede der Stellen werde dann mit einer Magnetsonde nach Auffälligkeiten untersucht. Die Arbeiten am Humboldt-Gymnasium dauern noch mindestens bis Ende dieser Woche an.

Suche nach Bomben ungefährlich

Während der Suche nach Blindgängern besteht keine Gefahr für die Allgemeinheit. Sollte während der Arbeiten tatsächlich ein Blindgänger gefunden werden, bleibt die Bombe zunächst im Erdreich bis die Planung zur Entschärfung abgeschlossen ist. Anschließend müsse die Bombe zunächst freigegraben und dann vom Kampfmittelräumdienst des Landes Rheinland-Pfalz entschärft werden.

Bei Fliegerbomben mit einem normalen Aufschlagzünder geschieht das normalerweise, indem der Zünder entfernt wird. Ist der Zünder entfernt, kann die Bombe dann in der Regel gefahrlos abtransportiert werden. Eine Entschärfung würde aber zuvor eine Evakuierung von Bewohnerinnen und Bewohnern im Umkreis von mehreren Hundert Metern nötig machen.

Grund für die Suche: anstehende Bauarbeiten

Grund für die Suche nach Blindgängern sind anstehende Bauarbeiten zur Erweiterung des Humboldt-Gymnasiums und der Bau einer Hebebühne am Theater Trier. Wie bei solchen Projekten vorgeschrieben, wurden vorab alliierte Luftbilder aus dem Zweiten Weltkrieg ausgewertet – Amerikaner und Briten hatten Trier vor allem im Dezember 1944 mehrfach schwer bombardiert. Anhand der während und nach den Angriffen aufgenommenen Luftaufnahmen wurden so genannte Blindgängerverdachtspunkte lokalisiert. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass dort auch tatsächlich nicht explodierte Bomben im Boden liegen.

Pressemitteilung Stadt Trier (21.03.2022)