Sicherheitspoller in Trier: Bauarbeiten haben begonnen

Am Montag, 04. Oktober, startete die Umsetzung des urbanen Sicherheitskonzepts rund um den Domfreihof. Zehn Monate nach der Amokfahrt macht die Stadt ihre Fußgängerzone mithilfe von permanenten und versenkbare Hochsicherheitspollern sicherer.

Die Arbeiten am Domfreihof sind bereits im Gange. Foto: Andreas Sommer

Zuvor wurde am Freitag, 01. Oktober, die Zufahrt zum Domfreihof über die Liebfrauenstraße gesperrt. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis Anfang Dezember anhalten,  für diesen Zeitraum ist die Zufahrt für den Autoverkehr gesperrt. Grund dafür ist die Umsetzung des urbanen Sicherheitskonzepts mit teilweise absenkbaren Sicherheitspollern, die unberechtigt einfahrende Fahrzeuge nach den erlaubten Lieferzeiten aus der Fußgängerzone verbannen. Damit werden skurrile Blockaden wie zum vergangenen „Wine in the City“ mithilfe von Schneepflügen bei strahlendem Sonnenschein nicht mehr notwendig.

Umleitung

Die Zu- und Abfahrt für den Liefer- und Anliegerverkehr zum Domfreihof erfolgt in dieser Zeit über die Balduinstraße, Deworastraße, Sichelstraße, Dominikanerstraße und Windstraße. Die Umleitung ist vor Ort ausgeschildert. Der Fußgängerverkehr in der Liebfrauenstraße wird an der Baustelle vorbeigeführt. Für den Fahrradverkehr ist die Zufahrt auf den Domfreihof mit Einschränkungen möglich.

Das Sicherheitskonzept:

Im April 2021 hat der Stadtrat ein Urbanes Sicherheitskonzept für die Trierer Innenstadt beschlossen. Die City wird in zehn Sicherheitszonen aufgeteilt. Diese werden durch permanente und versenkbare Hochsicherheitspoller gesichert und sollen verhindern, dass sich unbefugte Fahrzeuge mit Gewalt Zugang verschaffen. Die Fußgängerzone wird ausgeweitet. Dazu wurde eine Teileinziehung der öffentlicher Verkehrsflächen eingeleitet.

Alle zehn Zonen des Sicherheitskonzeptes. Bild: Stadt Trier

Wie funktionieren die absenkbaren Poller?

Die versenkbaren Poller sind 80 Zentimeter hoch und ermöglichen für berechtigte Fahrzeuge je nach Varianten künftig die Einfahrt in die Fußgängerzone und an manchen Stellen nur die Ausfahrt aus der Fußgängerzone. Ausnahmen gelten nur für Rettungsfahrzeuge und die Feuerwehr. Diese können an allen Zufahrten die Fußgängerzone weiterhin befahren. Die Ausfahrt soll über Induktionsschleifen im Untergrund erfolgen. Diese erkennen, dass sich ein Auto nähert und die Poller fahren automatisch nach unten. Die Einfahrt wiederum soll über ein System erfolgen, das die berechtigte Einfahrt des Fahrzeuges erkennt.
Während der Lieferzeit bis vormittags 11 Uhr sollen die meisten Poller dauerhaft abgesenkt werden.
Zur weiteren Ausstattung gehört eine Säule mit Grün-Rot-Signal zur Verdeutlichung, ob die Durchfahrt möglich ist oder nicht. Um den Straßenquerschnitt weiter einzuschränken, sollen zusätzlich feste Poller oder Gestaltungselemente eingesetzt werden.

Wie ändern sich die Lieferzeiten?

Der Zeitraum für den Lieferverkehr in der Fußgängerzone wird eingeschränkt: Künftig soll er an allen Tagen nur noch von 6 bis 11 Uhr morgens zugelassen sein und nicht wie noch derzeit von 19 Uhr abends bis 11 Uhr morgens. Das gilt auch für Stockplatz und Domfreihof, wo heute noch eine 24-stündige Lieferzeit gilt. Für Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste, Straßenreinigung und Müllabfuhr wird es Sonderberechtigungen geben, so dass diese jederzeit in alle Bereiche der Fußgängerzone einfahren können.

Wer einen privaten Stellplatz innerhalb der Innenstadt erreichen muss, bekommt eine Ausnahmegenehmigung einschließlich einer Einfahrtsberechtigung für die entsprechende Zone. Auch wer ausnahmsweise hinein muss, wie etwa Handwerker, muss wie schon heute eine Ausnahmegenehmigung für die jeweilige Zone beantragen und erhält in diesem Zusammenhang die Einfahrtberechtigung zum Herunterfahren der Polleranlagen.

 

 

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