Spezialfirma geht mit Sauger gegen Eichenprozessionsspinner in Trier vor

In den letzten Tagen und Wochen haben vermehrt besorgte Bewohner aus Stadt und Land den zuständigen Behörden, wie im vergangenen
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In den letzten Tagen und Wochen haben vermehrt besorgte Bewohner aus Stadt und Land den zuständigen Behörden, wie im vergangenen Jahr, große und kleine Nester des Eichenprozessionsspinners gemeldet. So haben in der vergangenen Woche die Arbeiten zur Bekämpfung der Raupen in Trier begonnen. Im Vorfeld sind Mitarbeiter des StadtGrün Amtes Trier alle Bestände von Eichenbäumen im gesamten Stadtgebiet abgefahren und haben die Bäume nach einem möglichen Befall des Eichenprozessionsspinners untersucht. Wenn ein Nest gefunden wurde, wurden entsprechende Warnschilder und Hinweise dort aufgehangen.

Die Mitarbeiter vom Amt StadtGrün haben mehr als 1000 Meisenkästen im gesamten Stadtgebiet im vergangenen Jahr, dort wo es Eichenbestände gibt, aufgehangen. Zur Aufzucht der Brut benötigt ein Meisen-Pärchen rund 17 Kilogramm Insekten. Diese bestehen zu einem guten Teil aus Raupen. In den letzten Jahren konnten Beobachtungen festgestellt werden, dass die Meisen die Prozessionsspinner auch inklusive der Brennhaare fressen und verfüttern. Neben den Meisen hat die Stadt auch die Populationen von räuberischen Insekten (Puppenräuber, Florfliegen und parasitäre Schlupfwespen) durch gezielte Maßnahmen wie Totholzhaufen, Insektenresidenzen, Extensivierung der Mahd gefördert.

Wir haben am Dienstagmorgen Niclas Gödert und sein Kollege Jonathan Wölwer, Mitarbeiter vom Forstbetrieb Herter in Treis- Karden bei der Bekämpfung mit dem Sauger begleitet. Sie machen die Arbeit im Auftrag für die Stadt Trier schon mehrere Jahre.

Frühmorgens um 7:30 Uhr haben die beiden Arbeiter ihre Arbeit aufgenommen. Bevor es mit dem Steiger- Fahrzeug zu den befallenen Bäumen geht, müssen sie ihre Schutzanzüge anziehen. Das sind Einmalanzüge, die den ganzen Körper bedecken. Die Verbindung von Schuhen zum Anzug, werden mit Klebeband verschlossen. Nachdem die Anzüge angezogen sind, fahren die beiden zu den ersten Bäumen. „Wir beginnen systematisch an Kindergärten und Schulen und arbeiten uns dann durch Wohngebiete und zum Schluss an landwirtschaftlichen Flächen durch“ erklärt der Fachmann. Wir treffen die beiden Insektenbekämpfer an der Realschule Plus am Mäusheckerweg an Eichenbäumen. Nachdem sie die Bäume an der besagten Stelle gesichtet haben, beginnen die Arbeiten. „Wir haben hier zahlreiche Nester, die wir nun mit dem Sauger absaugen werden. Die Raupen landen dann in dem Luftdicht verpacktem Sauger und werden folglich der Vernichtung zugeführt“ erklärt Gödert die Vorgehensweise. In diesem Fall der Schule ist das Gebiet abgesperrt. Die unteren Nester können schnell ohne Probleme abgesaugt werden. Für die weiteren Nester muss der Steiger in Stellung in Stellung gebracht werden. Niclas Gödert macht sich fertig und fährt mit der Hebelbühne in den Baum zum Nest. „Das ist bislang unser größtes Nest. Stellt aber kein Problem für uns dar“ so Gödert. Auch diese Raupen hat er in kurzer Zeit komplett abgesaugt. Anschließend wird Sprühkleber auf die Stelle gesprüht, wo die Eichenprozessionsspinner vorher waren.

So werden sich die beiden Männer voraussichtlich in den nächsten acht Wochen noch von Baum zu Baum durcharbeiten und die Nester beseitigen. Niclas Gödert stellt aber klar: „Wenn wir ein Nest entfernt haben, bedeutet das aber nicht, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt nicht wieder zum gleichen Baum anrücken müssen. Sie können weiterhin befallen werden, besonders in den heißen Sommermonaten.“

Niclas Gödert erklärt in den Verhaltenstipps, dass sich Menschen, nach Möglichkeit von befallenen Bäumen fernhalten sollen. Wenn es mal luftiger sein sollte, können die Haare der kleinen Tiere aufgewirbelt werden und unter Umständen auf der Haut landen. Das führt zu Rötungen und Juckreiz. „Im Notfall dann doch immer einen Arzt aufsuchen, der sich die Haut anschaut.“ Wer im Stadtgebiet von Trier den Eichenprozessionsspinner sichten sollte, kann hier die Nummer 115 anrufen und den Standort melden. Folglich werden die Nester dann entfernt. So werden Niclas Gödert und sein Kollege in den kommenden Wochen noch von Eichenbaum zu Eichenbaum reisen und den Eichenprozessionsspinner aufsaugen.