Todesfall – trotz Trauer an das Wichtigste denken

Nach dem Ableben eines geliebten Menschen steht die Welt Kopf. Zur Trauer kommen häufig kräftezehrende und oft nervenaufreibende Aufgaben hinzu.
Eine würdevolle Beisetzung im Sinne der verstorbenen Person: Das richtige Beerdigungsinstitut unterstützt Angehörige bei diesem schwierigen Weg. (Quelle: pixabay.com @ carolynabooth)
Eine würdevolle Beisetzung im Sinne der verstorbenen Person: Das richtige Beerdigungsinstitut unterstützt Angehörige bei diesem schwierigen Weg. (Quelle: pixabay.com @ carolynabooth)

Nach dem Ableben eines geliebten Menschen steht die Welt Kopf. Zur Trauer kommen häufig kräftezehrende und oft nervenaufreibende Aufgaben hinzu. Finanzielle Aspekte klären, Versicherungen kontaktieren, die Bestattung organisieren. Um in all dem (emotionalen) Chaos einen kühlen Kopf zu bewahren, helfen Todesfall-Checklisten weiter. Sie bieten einen Anker, eine sichere Leine, um auch unter schwierigsten emotionalen Bedingungen nicht völlig im Gefühlsstrudel unterzugehen.

Diese Dinge müssen erledigt werden

Im Todesfall eines geliebten Menschen dulden einige Erledigungen keinen Aufschub. Sie sind häufig Grundlage für das weitere Vorgehen.

Totenschein
Der Totenschein muss unbedingt vorhanden sein. Stirbt ein Angehöriger zu Hause, muss ein Arzt kontaktiert werden, der den Totenschein ausstellt. Beim Sterben im Krankenhaus wird der Totenschein durch die Klinik ausgestellt.

Testament
Auch wenn die Fassungslosigkeit und Trauer noch überwiegen, ist das zeitnahe Suchen nach dem Testament ratsam. Es gibt beispielsweise Aufschluss darüber, wie sich der verstorbene Mensch seine Beerdigung wünscht bzw. regelt die Nachlassverhältnisse. Um langwierige Suchen zu vermeiden, am besten vor dem Ableben gemeinsam einen Ort für das hinterlegte Testament bestimmen oder es bei einem Anwalt, Amtsgericht oder Notar hinterlegen.

Beerdigung organisieren
So schwer es auch fällt, sich an den Gedanken des Gehenlassens zu gewöhnen: Die Organisation der Beerdigung ist für Hinterbliebene eine wesentliche Aufgabe. Haben Verstorbene bereits einen Vorsorgevertrag mit einem Beerdigungsunternehmen, muss dies informiert werden. Andernfalls muss ein geeigneter Bestatter gewählt werden. Regional gibt es deutliche Unterschiede. Eine professionelle Trauerfeier in Trier und Umgebung kann beispielsweise deutlich günstiger sein als in anderen Regionen.

Angehörige benachrichtigen
Die Benachrichtigung (nahestehender) Angehöriger sollte nicht vergessen werden. Außerdem ist eine Liste aller teilnehmenden Personen für die Beerdigung von Vorteil. Soll die Bestattung nur im engsten Familienkreis abgehalten werden oder dürfen sich auch Freunde und langjährige Wegbegleiter bei der Beerdigungszeremonie verabschieden? Auch hier gilt: Unbedingt die Wünsche der verstorbenen Menschen berücksichtigen, sofern sie diese vor ihrem Ableben (beispielsweise mündlich oder im Testament) geäußert haben.

Wichtige Dokumente sichern
Um für sämtliche organisatorische Abläufe nach dem Ableben gewappnet zu sein, sind Ausweis und Co. der Verstorbenen wichtig. Geburtsurkunde, Personalausweis oder Stammbuch müssen bei nachfolgenden Behördengängen vorgelegt werden.

Sterbegeldversicherung bzw. Lebensversicherung in Kenntnis setzen
Nicht alle Verstorbenen haben zu Lebzeiten an ihre Absicherung gedacht. Eine Patientenverfügung beispielsweise haben nur ca. 51 % der Bevölkerung über 60 Jahren. In der Altersregion 45 Jahre bis 59 Jahre sind es sogar nur 27 %. Im Alter von 30 Jahren bis 44 Jahren haben nur ca. 13 % an eine Patientenverfügung gedacht.
Ähnlich sieht es mit einer Sterbegeldversicherung aus. Sie wird zu Lebzeiten abgeschlossen und sichert die Übernahme der Bestattungskosten. Abhängig vom gewählten Institut und den Zusatzservices für die Beerdigung kommen rasch Kosten von über 7.000 € auf Angehörige zu. Die Sterbegeldversicherung nimmt die finanzielle Last und unterstützt in der ohnehin emotionalen Ausnahmesituation. Wichtig jedoch auch hier: Haben Angehörige keine Kenntnis des Versicherungsabschlusses und wird das Versicherungsunternehmen nicht informiert, erfolgt keine Auszahlung.

Diese Dinge erfordern ebenso Aufmerksamkeit nach dem Ableben
Ist die Beerdigung organisiert und alle Unterlagen sind zusammengetragen, gilt es auch nach dem Ableben: weitermachen. Hat der verstorbene Mensch zu Miete gewohnt, muss der Vertrag zeitnah gekündigt werden. Ohnehin gibt es bei den meisten Mietverträgen eine Kündigungsfrist von ca. drei Monaten. Keine Angst also, es bleibt ausreichend Zeit, um die Habseligkeiten aus der Wohnung zu entfernen und diese (nach Rücksprache mit dem Vermietenden) instand zu setzen.
Auch weitere Verträge (beispielsweise Telefonanbieter oder Energieversorger) müssen gekündigt werden. Hier hilft eine Checkliste mit allen Verträgen weiter. Internet, Rundfunkbeiträge, Zeitungsabos und Co. – die Kündigung lässt sich häufig komfortabel und zeitsparend online realisieren.

Digitales Erbe regeln
Immer mehr Menschen nutzen das Internet, erstellen beispielsweise Profile auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken. Was passiert eigentlich, wenn der User verstirbt? Es ist wichtig, das digitale Erbe frühzeitig zu regeln. Dabei geht es auch um Inhalte und Daten, die sich auf PC, Laptop oder mobilen Endgeräten befinden.
Sämtliche dieser digitalen Daten würden automatisch an die Erben übergehen. Wer das nicht möchte, sollte vor seinem Ableben unbedingt eine Verfügung über das digitale Erbe verfassen. Wer Anspruch auf das digitale Erbe der Verstorbenen hat, kann auch Accounts bei digitalen Netzwerken auflösen bzw. über deren Inhalt verfügen. Möglich ist es auch, dass Menschen vor dem Ableben Zugriff durch Erben auf das Nutzerkonto ausschließen. Hierfür muss jedoch eine ausdrückliche Vereinbarung vorliegen.

Rentenregelung für Hinterbliebene
Nach dem Ableben eines geliebten Menschen geht es häufig um Gelder für Hinterbliebene. Hinterlässt die hinterbliebene Person einen Ehepartner, hat dieser Anspruch auf eine Witwen- bzw. Witwerrente.
Die Rentenzahlung gibt es jedoch nicht automatisiert. Hinterbliebene müssen einen Antrag dafür stellen. Die Rentenversicherung zahlt in den ersten drei Monaten nach dem Ableben 100 % der Verstorbenenrente. In den weiteren Monaten gibt es einen geringeren Anteil von 25 % (kleine Witwenrente) oder 55 % (große Witwenrente).
Der Rechtsanspruch auf die große Witwenrente ist in § 46 SGB VI klar geregelt. Verstirbt der Ehepartner bzw. die Ehepartnerin beispielsweise 2022, gibt es die große Witwenrente bei der Altersgrenze 45 + 11 Jahre. Ist der Ehepartner bzw. die Ehepartnerin unter 45 Jahren alt, gibt es die große Witwenrente nicht. In dem Fall wird nur die kleine Witwenrente ausgezahlt.

Erbschaftssteuer
Zu den unschönen Begleiterscheinungen bei möglichen Erbschaften gehört die Steuerzahlung. Treten Hinterbliebene ein Erbe an, müssen sie dafür Steuern beim zuständigen Finanzamt zahlen. Wurde das Testament durch das Gericht oder einen Notar eröffnet, besteht für Hinterbliebene keine Informationspflicht an das Finanzamt. Sind Grundstücke, Immobilien oder beispielsweise Kapitalgesellschaftsanteile kein Bestandteil des Erbes, muss die Information ebenfalls nicht erfolgen.

Konten auflösen
Häufig haben Verstorbene nicht nur ein, sondern mehrere Bankkonten oder sogar Depots. Wichtig nach dem Ableben: Überblick verschaffen. Gibt es am Konto Guthaben oder besteht sogar eine Disponutzung? Laufen Kredite? Um einen Abschluss nach dem Ableben zu finden, müssen Kontoangelegenheiten dringend geklärt werden. Hinterließ der verstorbene Mensch beispielsweise Schulden, haben Erben die Möglichkeit, den Nachlass nicht anzunehmen.