Zweiter Prozesstag um Trierer Amokfahrer: Schilderungen der Festnahme

Heute, 3. September 2021, ging der Prozess zur Amokfahrt in Trier weiter. Für den zweiten Termin wurden die ersten Zeugenaussagen

Der letzte Verhandlungstag im Prozess ist für den 26. Januar 2022 angesetzt. Landgericht Trier, Foto: newstr.de

Heute, 3. September 2021, ging der Prozess zur Amokfahrt in Trier weiter. Für den zweiten Termin wurden die ersten Zeugenaussagen aufgenommen. Als erste Zeugen haben die Polizeibeamten, die am 1. Dezember 2020 vor Ort waren, ihre Aussagen gemacht. Damit begann die Beweisaufnahme in dem Verfahren gegen den 51-jährigen Angeklagten.

Kurz vor der Festnahme: genüsslich Zigarette geraucht

Der mutmaßliche Täter habe kurz nach seiner Amokfahrt durch die Trierer Innenstadt in der Christophstraße neben seinem Geländewagen gestanden und eine Zigarette geraucht.  Einer der Polizeibeamten schilderte, dass der Angeklagte völlig unbeeindruckt und ruhig dagestanden hätte. Es wäre eine surreale Situation gewesen.

Festnahme ohne Widerstand

Andere Polizisten, die bei der Festnahme beteiligt waren, äußerten sich ähnlich zu dem Angeklagten. Bei der Festnahme am Nachmittag des 01. Dezember 2020 habe er keinen Widerstand geleistet, allerdings auch den wiederholten Anweisungen der Polizisten, die Hände über den Kopf zu heben und sich auf den Boden zu legen, nicht Folge geleistet.
Mithilfe des „Armstreckhebels“ habe man ihn zu Boden gebracht, was den damaligen Aussagen des Verdächtigen zufolge, „weh getan“ habe. Einer der Polizisten habe den Eindruck gehabt, dass der Angeklagte ihn damals stoisch und leicht grinsend angeschaut hätte.

Keine Äußerung des Angeklagten

Der Angeklagte hatte die Möglichkeit, sich Notizen während der Zeugenaussagen zu machen. Ihm wurden die Handfesseln abgenommen und er schrieb bei einigen Aussagen der Polizeibeamten mit. Er selbst machte auch am zweiten Verhandlungstag keine Aussage.

Nächster Verhandlungstag: 21. September 2021

Mit den Aussagen der Polizeibeamten hat heute die Beweisaufnahme gegen den 51-jährigen Angeklagten begonnen. Diese wird am 21. September 2021 fortgesetzt. Am dritten Prozesstag sollen weitere Polizeibeamte befragt werden. Außerdem sollen die ersten zivilen Zeugen ihre Aussagen machen.

Verhandlungsbeginn

Am 19. August 2021 begann der Prozess um den mutmaßlichen Amokfahrer, der am 1. Dezember 2020 fünf Menschen tötete – und mehr als 20 weitere verletzte. Nach einer knappen halben Stunde war der erste Prozesstag bereits vorbei. Der Angeklagte machte keine Angaben und schwieg zu seiner Person sowie den Vorwürfen. Zu seinem eigenen Schutz saß er hinter einer mobilen Panzerglasscheibe.