Übung: Menschenrettung bei Hallenbrand und Gefahrstoffunfall in Kell am See

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Kell am See. Sirenengeheul am Mittwochabend um 19:20 Uhr in Kell am See. Nichts ungewöhnliches im Hochwald. Jeden ersten Mittwoch alle zwei Monate findet die Sirenenprobe statt. Doch am vergangenen Mittwoch nutzte die freiwillige Feuerwehr Kell am See die Probe für eine große Übung, zu der auch viele Interessierte mit Kindern gekommen waren. Unter den Zuschauern war auch der VG- Bürgermeister Jürgen Dixius und der Wehrleiter Thorsten Marx.

Szenario:
Am Mittwochabend gegen 19:20 Uhr kam es in einer Produktionshalle von Bilstein zu einem Brandausbruch. Die Mitarbeiter der Spätschicht konnten sich nach Eingang der Brandmeldeanlage ins Freie retten. Zwei Mitarbeiter wurden schließlich bei der Durchzählung am Sammelplatz vermisst. Die alarmierte Feuerwehr war schnell an der Einsatzstelle und rüstete sogleich ein Rettungstrupp mit schwerem Atemschutz aus. Nach einer ersten Erkundung durch den Einsatzleiter Helge Schmitt (Wehrführer Ffw Kell) konnte eine starke Rauchentwicklung aus einer der Hallen festgestellt werden. Im hinteren Bereich schlugen Flammen aus den Fenstern. Während sich der Trupp mit einem Strahlrohr zur Menschenrettung ins Innere der völlig verrauchten Halle vorarbeitete, begannen unterdessen die Löscharbeiten mit mehreren Strahlrohren von im Außengriff. Es brauchte nicht lange bis die zwei Vermissten mit einer Rauchgasintoxikation gerettet werden konnten.
Während der Löscharbeiten wurde festgestellt, dass an der Verladerampe eine große Tonne mit giftigen Stoffen, womöglich bei der Evakuierung, umgestoßen wurde. Anhand der Kürzel auf der Tonne wurde der Gefahrstoff festgestellt und der Gefahrstoffzug alarmiert. (In der Übung kam der Gefahrstoffzug nicht zum Einsatz)
Ein Atemschutztrupp wurde umgehend mit einem Spezialanzug ausgerüstet, welcher komplett luftdicht zur Kleidung und der Haut war. Ein Schaumteppich wurde ausgebracht (kein Schaum während der Übung) und die Tonne aufgerichtet. Alle weiteren Maßnahmen übernahm der Gefahrstoffzug.
Das Feuer konnte nach einer Stunde unter Kontrolle und gelöscht werden. Koordiniert wurde der Einsatz über den Einsatzleitwagen (ELW) der Feuerwehr Saarburg.
Im Einsatz war die Feuerwehr Kell am See und Saarburg.

Nach der Übung:
Im Anschluss an die Übung kamen alle Beteiligten im Gerätehaus in Kell für eine kurze Manöverkritik zusammen. Schließlich wurde sich nach der erfolgreichen Jahresabschlussübung mit einem Essen gestärkt.

(Blaes)