Im Jahr 2020 wurden bei der PI Morbach 701 Verkehrsunfälle aufgenommen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 89 Unfälle. Dieser Trend ist auch bei den übrigen Dienststellen des Polizeipräsidiums Trier, wie auch landesweit zu verzeichnen.

Ein Erklärungsansatz hierfür könnte die eingeschränkte Mobilität aufgrund der Corona-Pandemie sein. Während die Unfallzahlen während des „Ersten Lockdowns“ von Mitte März bis Mitte April 2020 (-30 Unfälle gegenüber Vergleichszeitraum 2019) um etwa 1/3 deutlich zurückgingen, waren die Unfallzahlen während des „Zweiten Lockdowns“ in den Monaten November und Dezember nahezu gleichbleibend (-3 Unfälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2019).

Der überwiegende Teil der Unfälle ereignete sich dabei auf Außerortstraßen (501). Innerortsunfälle wurden mit 200 Fällen registriert.

Die Verkehrsunfälle mit Personenschäden fielen auf 59 Fälle (Vorjahr 63), was zunächst erfreulich ist. Verkehrsunfälle mit Leichtverletzten sanken auf 37 Unfälle gegenüber 46 im Vorjahr. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten ist mit 18 Fällen nahezu gleichbleibend (2019: 17 Fälle).

Die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle ist bedauerlicherweise um 4 Unfälle gegenüber 2019 gestiegen. Im vergangenen Jahr war kein Unfall mit tödlichem Ausgang zu verzeichnen. Das Jahr 2019 stellte in diesem Zusammenhang jedoch leider nur eine positive Ausnahme verglichen mit dem Trend der letzten Jahre dar. In den Jahren 2016 bis 2018 ereigneten sich ebenfalls jeweils 3 tödliche Unfälle, so dass das vergangene Jahr diese Anzahl leider in etwa bestätigte und im Trend der Mehrjahresbetrachtung liegt.

Im Jahre 2020 sind die Unfälle mit Kinderbeteiligung auf 4 Fälle (2019: 5 Fälle) leicht gesunken. 3 Kinder wurden hierbei als Mitinsassen im Fahrzeug leichtverletzt. In einem Fall war ein Kind als Radfahrer an einem Unfall beteiligt.

Die Beteiligung der Altersgruppe der 18-24jährigen ist im Jahr 2020 mit 133 Unfällen (Vorjahr 162) um 29 Fälle gesunken. Die Zahl der dabei Verletzten ist von 20 im Vorjahr auf 26 im Jahr 2020 leicht gestiegen. Davon wurden 7 Personen schwer (Vorjahr 7) sowie 19 Personen leichtverletzt (Vorjahr 13).

Im Jahr 2020 ereigneten sich 23 Unfälle mit motorisierter Zweiradbeteiligung. Dies ist eine Steigerung von 9 Unfällen gegenüber dem Vorjahr. Hierbei erlitt 1 Kradfahrer tödliche Verletzungen. Außerdem wurden 9 Personen schwer- und 8 Personen leichtverletzt.

Als Schwerpunkte für Unfälle dieser Art können die beliebten Motorradstrecken auf der B327, zwischen Morbach und Thalfang (insgesamt 6 Unfälle), sowie auf der K80 zwischen Morbach und Horath (insgesamt 5 Unfälle) ausgemacht werden.

Im Berichtszeitraum ereigneten sich 95 (Vorjahr 100) Verkehrsunfälle unter Beteiligung lebensälterer Verkehrsteilnehmer (>= 65 Jahre). Es wurden bei diesen Unfällen 1 Person tödlich-, 6 Personen leicht- und 11 Personen schwerverletzt. Bei 42 dieser Verkehrsunfälle war der Unfallbeteiligte älter als 75 Jahre.

Wie im Vorjahr kam es im Bereich der PI Morbach zu 7 Unfällen mit Radfahrerbeteiligung, wobei 1 Radfahrer tödlich verletzt wurde. 5 Radfahrer erlitten leichte Verletzungen.

Ein Anstieg war im vergangenen Jahr bei den Unfällen unter der Einwirkung berauschender Mittel zu verzeichnen. Gegenüber dem Jahr 2019, als lediglich 3 Unfälle dieser Art verzeichnet wurden, erhöhte sich die Anzahl im Jahr 2020 wieder auf 6 Unfälle. Gemessen am langjährigen Mittel ist dies dennoch ein relativ geringer Wert. Alle diese Unfälle ereigneten sich unter Einwirkung von Alkoholgenuss.

Im Jahr 2020 wurden 25 Verkehrsteilnehmer bei Verkehrskontrollen auffällig, da sie unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen standen. Bei 10 von ihnen wurden Blutproben angeordnet. Bei 6 Fahrzeugführern wurde der Führerschein präventivpolizeilich sichergestellt um die Fahrt unter Alkoholeinfluss zu unterbinden.

Die Polizeiinspektion Morbach wird auch weiterhin einen Fokus in die Bekämpfung der Ursache Alkohol und/oder Drogen im Straßenverkehr legen.

Die alljährlich stattfindende Großkontrolle im Hinblick auf das Techno-Event Nature One in Kastellaun fiel im vergangenen Jahr, aufgrund der Absage des Festivals wegen der Corona-Pandemie, ebenfalls aus.

Hinsichtlich des unerlaubten Entfernens von der Unfallstelle ist ein Rückgang von 5 Fällen (Vorjahr 89 Fälle) auf 84 Unfälle zu verzeichnen. 1 Person wurde hierbei schwer- 2 weitere Personen leichtverletzt. Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt, auch nicht bei geringen Sachschäden. Zur Aufklärung dieses Deliktsbereiches ist die Polizei in vielen Fällen auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Fast jede zweite Unfallflucht (40) konnte aufgeklärt und hierdurch eine Schadensregulierung für die Geschädigten ermöglicht werden. (Aufklärungsquote 48%).

Nach wie vor ist Geschwindigkeit mit 70 Fällen im Jahr 2020 (2019: 72 Fälle), ob nicht angepasste oder Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, eine der auffälligsten Unfallursachen.

Insofern wird die Polizeiinspektion Morbach auch im Jahr 2021 einen Schwerpunkt in der Verkehrssicherheitsarbeit diesem Aufgabenfeld widmen und mit Radar- und Laserkontrollen versuchen diese Unfallursache weiter einzudämmen.

Neben der Geschwindigkeit sind als Hauptunfallursachen auch noch Fehler beim Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren/Ein-und Anfahren sowie der ungenügende Sicherheitsabstand zu nennen.

Verkehrsunfälle mit Wildbeteiligung sind analog der allgemeinen Unfallzahlen ebenfalls gesunken. Im Jahr 2020 ereigneten sich im Dienstgebiet der PI Morbach 346 Wildunfälle. Das sind 54 Unfälle weniger als 2019. Somit war nahezu jeder zweite Unfall ein Wildunfall.

Der Wildunfall ist ein andauerndes und durchaus schwerwiegendes Problem der Verkehrssicherheit. Er kann unabhängig von der Erfahrung und dem Fahrkönnen jeden Kraftfahrer treffen. Die Ergebnisse bundesweiter Studien, u.a. auch des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.), zu Wildunfällen können auch für den Bereich der Polizeiinspektion Morbach übernommen werden. Leider konnte für keine der bislang diskutierten und bundesweit angewandten Maßnahmen (Duftbarrieren, optische (optisch/akustische) Reflektoren, Rückschnitt der Hecken und Sträucher am Straßenrand oder Wildwechselschilder) im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen eine wirksame Reduzierung der Unfallzahlen nachgewiesen werden. Nicht zuletzt ist jede(r) Verkehrsteilnehmer(in) aufgefordert ihr (sein) Fahrverhalten an die sich umgebende Natur anzupassen, so dass er sein Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen bringt.

Die Polizei Morbach weist in diesem Zusammenhang auf folgendes hin:

Die meisten Wildunfälle passieren morgens zwischen 5 und 8 Uhr sowie abends zwischen 17 und 0 Uhr, dennoch ist die Zeit zwischen 1 und 4 Uhr angesichts der gerade im ländlichen Bereich geringen Verkehrsstärken ziemlich gefährlich.

Wildunfälle passieren die ganze Woche über.

Vorsicht ist das ganze Jahr geboten, nicht nur im Frühjahr oder Herbst.

In der Dämmerung und vor allem nachts muss besonders mit Wildwechsel gerechnet werden.

Reduzieren sie ihre Geschwindigkeit in Bereichen in denen bevorzugt Wild kreuzen kann. Bei erlaubten 100 km/h sollte ihr „Verstand“ und ihre Verantwortung für andere eine Reduzierung auf 50-70 km/h je nach Örtlichkeit empfehlen und durchsetzen. Sie haben nur ein Leben, genau wie andere auch!

Im Jahr 2020 wurden von der Polizeiinspektion Morbach 2969 Verfolgungsmaßnahmen registriert. Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass auch in dem kommenden Jahr alle Anstrengungen unternommen werden, die Unfallzahlen zu senken und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Neben der jährlichen Jugendverkehrsschule in den Grundschulen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Morbach, an der ca. 200 Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben, wurden weitere Verkehrsinformations-und Präventionsveranstaltungen durchgeführt.

Präventionsveranstaltungen bezüglich des Themenbereichs „Drogen im Straßenverkehr“ an weiterführenden Schulen konnten im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht durchgeführt werden. Sobald dies im Jahr 2021 wieder möglich sein sollte, wird die Präventionsarbeit in diesem Bereich wiederaufgenommen.