1. Unfälle mit Personenschaden
Die Gesamtunfallzahl ist von 1963 (2019) auf 1631 gesunken.
Von diesen 1631 Unfällen ereigneten sich 185 Unfälle mit Personenschaden,
insgesamt wurden hierbei 235 Personen verletzt (2019 – 287)
Aufschlüsselung nach Verletzungsgrad:
– 176 leicht verletzte Personen
– 58 schwer verletzte Personen
– 1 tödlich verletzte Person

Auszug statistische Eingruppierung, Quelle: Statistisches Landesamt
Ein Unfall mit Personenschaden ist ein Unfall, bei denen Personen verunglückt sind.
Verunglückte sind Personen, die infolge eines Unfalls getötet oder verletzt wurden.
Getötete sind dabei Personen, die innerhalb von 30 Tagen nach dem Unfall an den
Unfallfolgen verstorben sind. Schwerverletzte sind Personen, die unmittelbar nach
dem Unfall zur stationären Behandlung in einem Krankenhaus aufgenommen wurden
und dort mindestens 24 Stunden verblieben sind. Leichtverletzte sind alle übrigen
Verletzten.

2. Unfallbeteiligte
2.1 Kinder
Insgesamt wurden bei Verkehrsunfällen 14 Kinder verletzt. Im Vorjahr lag die Zahl
noch bei 22 verletzten Kindern.
Diese Zahl gliedert sich wie folgt auf:
– 6 verletzte Kinder als Mitfahrer im Kraftfahrzeug (Vorjahr 11)
– 2 verletzte Kinder als Radfahrer (Vorjahr 5)
– 4 verletzte Kinder als Fußgänger (Vorjahr 3)
– 2 bei sonstigen Ereignissen

2.2 Junge Fahrer
Zu diesem als Risikogruppe geltenden Personenkreis zählen die 18 – 24 jährigen
Fahrzeugführer.
Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung junger Fahrer von 491
Unfällen im Jahr 2019 auf 380 Unfälle im Jahr 2020 gesunken.
Insgesamt kamen 47 junge Erwachsene bei Verkehrsunfällen zu Schaden.
Aufschlüsselung nach Verletzungsgrad:
– 38 leicht verletzte Personen
– 9 schwer verletzte Personen

2.3 Motorisierter Zweiradverkehr
Aufgrund der niederschlagsarmen Motorradsaison 2020 waren deutlich mehr Biker auf
den Straßen unterwegs, was sich letztendlich auch in der leicht gestiegenen Unfallzahl
spiegelt.
Es spricht aber ganz klar für ein verantwortungsvolles Verhalten der Biker, dass trotz
des erhöhten Verkehrsaufkommens die Zahl der durch überhöhte Geschwindigkeit
verursachten Unfälle deutlich von 21 im Jahr 2019 auf 13 Unfälle im Jahr 2020
zurückgegangen ist.
Insgesamt ereigneten sich 57 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von motorisierten
Zweirädern. (2019 – 53 Unfälle)
Insgesamt wurden 50 Zweiradfahrer (Fahrer/Sozius) verletzt.
Aufschlüsselung nach Verletzungsgrad:
– 28 leicht verletzte Personen
– 22 schwer verletzte Personen

2.4 Ältere Menschen / Senioren
Zu dieser Gruppe von Verkehrsteilnehmern zählt man Personen, die älter als 65 Jahre
sind. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein deutlicher Rückgang der Unfallzahlen zu
verzeichnen. Insgesamt nahm die PI Wittlich 297 (2019 – 364) Verkehrsunfälle unter
Beteiligung von Senioren auf, wobei die Senioren bei insgesamt 216 Unfällen die
Hauptursache setzten.
Wie schon im Vorjahr ereigneten sich die meisten Unfälle unter Beteiligung von
Senioren innerhalb geschlossener Ortschaften.
Insgesamt wurden 32 Senioren verletzt.
Aufschlüsselung nach Verletzungsgrad:
– 23 leicht verletzte Personen
– 8 schwer verletzte Personen
– 1 tödlich verletzte Person

3. Erneut leichter Rückgang der Verkehrsunfälle mit Wildberührung
Im Zuständigkeitsbereich der Dienststelle wurden im Jahr 2020 insgesamt 462 ( 2019
500) Wildunfälle gemeldet und aufgenommen.
Mit Wild auf der Fahrbahn ist insbesondere in den Morgen- und Abendstunden zu
rechnen. An Stellen mit erhöhtem Wildunfallaufkommen wird durch das Schild
„Achtung Wildwechsel“ auf die Gefahr aufmerksam gemacht.
Verkehrsteilnehmer sollten an solchen Stellen ihre Geschwindigkeit drosseln,
bremsbereit sein und die Fahrbahnränder aufmerksam beobachten.
Steht ein Wildtier am Fahrbahnrand oder überquert es die Fahrbahn, dann sollte der
Fahrzeugführer z. B. abblenden, hupen und die Geschwindigkeit herabsetzen.
Auch sollte man immer damit rechnen, dass mehrere Tiere hintereinander die
Fahrbahn kreuzen.
Bei Verkehrsunfällen mit Wildberührung wurden insgesamt 9 Personen verletzt.
Aufschlüsslung nach Verletzungsgrad:
– 5 Personen mit leichten Verletzungen
– 4 Person mit schweren Verletzungen

4. Unfallfluchten

Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2019 ist die Zahl der gemeldeten
„Unfallfluchten“ von 320 auf 260 Fälle stark gesunken.
Durch Hinweise aus der Bevölkerung und die Ermittlungstätigkeiten der Polizei
konnten insgesamt 110 dieser Unfallfluchten abschließend geklärt werden.

5. Unfallursachen
5.1 Wenden – Rückwärtsfahren
Wie im Vorjahr ist eine der Hauptunfallursachen ein fehlerhaftes Verhalten bei
Wendemanövern oder beim Rückwärtsfahren. Mit 320 Schadensfällen liegt diese
Unfallursache deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. (468)

5.2 Abstand
Im Rahmen der polizeilichen Unfallaufnahme wurde bei 402 Unfällen ( 2019 – 487 ) ein
zu geringer Sicherheitsabstand als Unfallursache festgestellt. Hierbei wurden
insgesamt 54 Personen verletzt.
Aufschlüsselung nach Verletzungsgrad:
– 46 leicht verletzte Personen
– 8 schwer verletzte Personen

5.3 Geschwindigkeit
Die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle sinkt von 169 (2019) Unfällen auf 126 Unfälle
(2020).
Wiederum bleibt hier anzumerken, dass gerade bei den Geschwindigkeitsunfällen
viele Personenschäden zu beklagen sind.
Insgesamt wurden 45 Personen verletzt.
Aufschlüsselung nach Verletzungsgrad:
– 31 leicht verletzte Personen
– 14 schwer verletzte Personen
Fahrzeugführer sollten stets bedenken, dass sie in einem nicht einsehbaren
Straßenteil, z. B. in oder hinter einer Kurve, immer mit Hindernissen auf der Fahrbahn
zu rechnen haben. Die gefahrene Geschwindigkeit darf nur so hoch sein, dass man
sein Fahrzeug ständig beherrscht und innerhalb der überschaubaren Strecke anhalten
kann (§ 3 StVO).
Gerade hier mangelt es vielen Fahrzeugführern an der nötigen Umsicht und auch
Einsicht. Man sollte sich immer fragen: Könnte ich mit der gerade gefahrenen
Geschwindigkeit noch sicher vor einem Hindernis anhalten? Hätte ich auf ein Hindernis
im Kurvenbereich noch angemessen reagieren können?
Insbesondere junge Fahrer neigen dazu, die physikalischen Grenzen auszutesten und
fahren dann mit maximalem Risiko für sich und auch für andere Verkehrsteilnehmer.
Mit Aufklärungsarbeit und einer hohen Anzahl von Radar- und Laserkontrollen
versucht die Polizeiinspektion Wittlich ihren Beitrag zur Verkehrssicherheit im Bereich
der Unfallursache „Geschwindigkeit“ zu leisten.

5.4 Vorfahrt
Durch Missachtung der Vorfahrt wurden insgesamt 88 Verkehrsunfälle verursacht. Im
Vorjahr lag diese Zahl bei 96 Verkehrsunfällen.
Bei Verkehrsunfällen durch Missachtung der Vorfahrt wurden 42 Personen verletzt.
Aufschlüsselung nach Verletzungsgrad:
– 8 schwer verletzte Personen
– 34 leicht verletzte Personen

5.5 Alkohol und andere berauschende Mittel
Im Bereich von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr herrscht für den Bereich der PI
Wittlich ein begründet hoher Überwachungsdruck.
Im Zuge der polizeilichen Kontrollen konnten die Beamten der PI Wittlich bei insgesamt
29 Fahrern/innen den Antritt einer Alkoholfahrt verhindern und so die
Führerscheininhaber vor einem Strafverfahren bewahren.
In 92 Fällen musste allerdings gegen die Fahrzeugführenden wegen zu hoher
Alkoholkonzentrationen bzw. Drogen im Straßenverkehr ein Straf – oder
Bußgeldverfahren eingeleitet werden.
Dennoch ließ es sich nicht vermeiden, dass 19 (2019 – 39) Verkehrsunfälle unter
Alkohol- oder Drogeneinfluss (17 Alkohol / 2 Drogen) verursacht wurden.
Hier ist gegenüber dem Jahr 2019 ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.
Die Zahl der verletzten Personen sank von 27 Personen im Jahr 2019 auf 15 Personen
im Jahr 2020.
Aufschlüsselung nach Verletzungsgrad:
– 7 leicht verletzte Personen
– 8 schwer verletzte Personen
Jeder verantwortungsbewusste Fahrzeugführer sollte sich darüber im Klaren sein,
dass er bei einer Alkohol- oder Drogenfahrt nicht nur seine Gesundheit und ggf. seine
Arbeitsstelle gefährdet, sondern auch das Wohl seiner Mitmenschen.