2020 nahmen die Beamten der Polizeiinspektion Hermeskeil 786 Verkehrsunfälle in ihrem Dienstbezirk auf. 140 Unfälle weniger als im Jahr 2019 (926 Unfälle).

Trotz gesunkener Unfallzahlen, sind die Unfälle mit Personenschäden von 62 auf 65 Unfälle leicht gestiegen. Diese verliefen in den meisten Fällen aber glimpflicher ab als im Vorjahr.

Bei den Unfällen mit Leichtverletzten ist ein Anstieg um 29,7 % auf 48 Unfälle zu verzeichnen. Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten ist um 37,5% auf 15 Unfälle zurückgegangen.

Bei diesen 65 Unfällen wurden insgesamt 86 Menschen verletzt. 3 Personen tödlich, 16 schwer und 67 leicht.

Die 3 Todesopfer waren bei zwei Verkehrsunfällen im Frühjahr 2020 zu beklagen. Der erste Unfall ereignete sich im März bei Reinsfeld. Ein Fußgänger starb, als er in der Dunkelheit die B407 überqueren wollte und einen herannahenden PKW übersah. Zum zweiten tödlichen Unfall kam es im April auf der L148 zwischen Bescheid und Büdlicher Kreuz, der gleich zwei Todesopfer forderte. Ein Motorrad-Fahrer überholte einen Rollerfahrer, der im Begriff war, links in einen Feldweg abzubiegen. Beide Fahrer verstarben noch an der Unfallstelle.

534 der gesamten Unfälle ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften. 130 Unfälle davon auf der B407, zwischen Mandern und Hermeskeil. Dabei wurden 9 Menschen verletzt, 1 tödlich. Des Weiteren auf der B52/L151 zwischen Osburg und Hermeskeil und der Landesgrenze Saarland mit 94 Unfällen und 13 Verletzten. Auf der L147, zwischen Grimburgerhof und Hermeskeil ereigneten sich 44 Unfälle mit insgesamt 7 Verletzten.

Etwas mehr als ein Drittel dieser 785 Unfälle (248) ereignete sich im Umkreis der Stadt Hermeskeil.

Unfallursachen:

Die Hauptunfallursachen im Jahr 2020 sind wie auch in den Jahren davor:

   1. Abstand: 112 Unfälle (27,5 %),
   2. Abbiegen-Wenden-Rückwärtsfahren: 93 Unfälle (27,4 %) und
   3. Geschwindigkeit: 66 Unfälle (15,6 %)

Quelle: GRAVUS

Unfallursache Alkohol/Drogen:

Die Zahl der Unfälle unter Alkohol und Drogeneinfluss ist 2020 mit 12 Unfällen gegenüber 2019 mit 10 Unfällen leicht angestiegen. Im Vergleich zu den Jahren davor ist dennoch ein positiver Trend dank zahlreicher präventiver Maßnahmen durch die Polizei zu verzeichnen.

Jahr	2016	2017	2018	2019	2020
VU gesamt	14	16	16	10	12

Risikogruppen:

Junge Fahrer (18 bis 24 Jahre):

Auch bei den sogenannten „jungen Fahrern“ macht sich der Abwärtstrend bemerkbar. Die Anzahl der Verkehrsunfälle ist 2020 um 20 Unfälle zurückgegangen. Sie waren im vergangenen Jahr an insgesamt 140 Verkehrsunfällen beteiligt, was einen Anteil von 18 % aller Verkehrsunfälle ausmacht. 113 Unfälle (81 %) wurden hierbei von dieser Personengruppe verursacht.

Senioren (ab 65 Jahre):

An 99 Unfällen waren Senioren beteiligt, was ein Anteil von rund 13 % aller aufgenommenen Unfälle entspricht. Gegenüber 2019 sank die Anzahl der Verkehrsunfälle um 39 Unfälle, was eine Abnahme von 28 % darstellt. Davon waren in 29 Fällen die beteiligten Personen schon über 75 Jahre alt. Bei 71 Unfällen wurden die Senioren als „Unfallverursacher“ aufgeführt, was 72 % der Unfälle entspricht.

Kinder (bis 14 Jahre):

Bei 10 Verkehrsunfällen waren Kindern beteiligt. Im Jahr 2019 lag die Zahl bei 6 Unfällen. Allerdings wurden im Februar 2020 bei einem Schulbusunfall allein 6 Kinder als Mitfahrer leicht verletzt. Dessen Fahrer hatte auf der B407 zwischen Kell am See und Mandern einen medizinischen Notfall erlitten. Bei 2 Unfällen waren Kinder als Fahrradfahrer beteiligt und 2 Unfälle geschahen unter Fußgängerbeteiligung.

Fahrradfahrer:

Im vergangenen Jahr haben sich 10 Unfälle mit Radfahrern ereignet. Dies sind 3 Unfälle mehr als 2019. 7 Radfahrer wurden meist leicht verletzt. Fast ausschließlich wurden die Unfälle durch die Radfahrer selbst verursacht.

Motorisierte Zweiräder:

Bei den Motorradunfällen ist ein kontinuierlicher Rückgang in den letzten Jahren zu verzeichnen. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist von 20 (2019) auf 16 (2020) zurückgegangen. Hierbei wurden 2 Personen tödlich verletzt, 6 schwer und 7 leicht verletzt. Die Hauptverursacher waren 2020 zwischen 45 und 64 Jahre alt. In den meisten Fällen war überhöhte Geschwindigkeit die Hauptunfallursache.

An einer Unfallhäufungsstelle auf der L149 wurden auf Anraten der Polizei unmittelbar nach den Unfällen zur Verhinderung schwerwiegender Verletzungen ein Unterfahrschutz durch das LBM angebracht.

Verkehrsunfallfluchten:

Die Zahl der Unfälle, bei denen sich die Verursacher vom Unfallort entfernten ist von 117 auf 99 gesunken. 55 % konnten durch die Polizei – in vielen Fällen Dank der Hinweise aus der Bevölkerung – geklärt werden.

Wildunfälle:

Erfreulicherweise registrierte die Polizei Hermeskeil 83 Wildunfälle weniger als im Vorjahr, aber die Zahl liegt mit 379 Zusammenstößen zwischen Kraftfahrzeugen und Wildtieren im Hochwald immer noch hoch. Somit war fast jeder zweite Unfall ein „Wildunfall“, der für die Fahrzeugführer in der Regel unvermeidbar ist. In 3 Fällen hatten sich die Fahrer hierbei verletzt.

Besonders groß ist die Gefahr „Opfer eines Wildunfalls“ zu werden auf folgenden Straßen:

– B 407 zwischen Mandern und Hermeskeil, Autobahnauffahrt: 101 Unfälle

– L 148 zwischen Reinsfeld und Bescheid: 28 Unfälle

– L 147 zwischen Grimburg und Hermeskeil: 27 Unfälle

– L 151 und B 52 zwischen Osburg und Hermeskeil: 25 Unfälle

   -	B 327 zwischen Malborn und Hermeskeil

20 Unfälle

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Der Dienstbezirk der Polizeiinspektion Hermeskeil ist 333 Quadratkilometer groß. Die Beamten sind für 33 Ortsgemeinden zuständig. Neben der gesamten Verbandsgemeinde Hermeskeil sorgt die PI auch in Teilen der VG Kell, Ruwer, Thalfang für Recht und Ordnung. In dem Bezirk leben rd. 27.500 Menschen.