Die Polizei Saarburg/ Konz verzeichnete den niedrigsten Stand an Verkehrsunfällen seit 8 Jahren, hat aber seit 15 Jahren den höchsten Wert an Verkehrstoten zu beklagen.

Unfallzahlen

Gesamtüberblick

Im Jahr 2020 nahmen die Beamten der Polizeiinspektion Saarburg und der Polizeiwache Konz insgesamt 1526 Verkehrsunfälle auf (1750 im Jahr 2019).

676 Verkehrsunfälle ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften, dabei kam es bei 76 Unfällen zu Personenschäden. 850 Unfälle ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften, davon 106 mit Personenschäden.

Bei ca. jedem 11. Verkehrsunfall (182 Verkehrsunfällen) kamen Personen zu Schaden. Insgesamt 238 Menschen (232 in 2019), 7 Personen (2 in 2019) mit tödlichen Verletzungen, 59 Menschen (71 in 2019) mit schweren und 171 Personen (159 in 2019) mit leichten Verletzungen wurden in 2020 durch die PI Saarburg statistisch erfasst.

Hauptunfallursachen der Unfälle im Bereich der PI Saarburg:
Ursache 1:
Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes
356 Verkehrsunfälle (23 % aller VU)
Ursache 2:
Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren und falsches Einfahren in den fließenden
Verkehr
249 Verkehrsunfälle (16,3 %), dabei 2 tödlich verletzte Personen
Ursache 3:
unangepasste Geschwindigkeit
151 Verkehrsunfälle (9,8 %), dabei wurden 77 Menschen verletzt, davon vier Personen tödlich.
Ursache 4:
Benutzung falscher Straßenteile (Geh-/Radweg) und Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot
86 Verkehrsunfälle (5,6 %)
Ursache 5:
Vorfahrt
65 Verkehrsunfälle (4,2 %), dabei kamen 27 Menschen zu Schaden.
Hier führt Stephan Wagner, Verkehrssicherheitsberater der Polizei Saarburg erläuternd aus: „Oftmals
spielen aber mehrere Ursachen gemeinsam eine Rolle, so dass eine klare Trennung nicht immer
möglich ist. So kann zum Beispiel ein Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes mit gleichzeitig
überhöhter Geschwindigkeit Unfallursächlich sein. In diesen Fällen wird nur eine Hauptunfallursache
dargestellt.“

Unfallbeteiligte/ Risikogruppen
Kinder:
Bei 14 Unfällen waren Kinder beteiligt. Im Jahr 2019 waren dies 26 Unfälle.
Leider wurden bei diesen 14 Unfälle insgesamt 11 Kinder verletzt. 7 verletzte Kinder waren Mitfahrer
in Kraftfahrzeugen, 1 Kind wurde als Fußgänger und vier als Radfahrer verletzt. In diesem
Zusammenhang weist Wagner auf die Sicherungsnotwendigkeiten von Kindern in Kraftfahrzeugen
hin. „Nur ein richtiger und passender Kindersitz stellt ein Höchstmaß an Sicherheit für unsere Kinder
dar!“
Die Polizeiinspektion Saarburg führt regelmäßig entsprechende Kontrollen durch, dies insbesondere
im Bereich von Schulen und Kindergärten. Auch auf dem kürzesten Weg sind Kinder stets
ordnungsgemäß zu sichern!
„Bezüglich der Beteiligung als Fußgänger ist eine sichtbare und reflektierende Bekleidung kein
Schönheitsmangel oder Luxus für Kinder und Erwachsene“, führt Wagner weiter aus. „Auch ist das
Üben und Abgehen von Schulwegen hilfreich.“
Auch die Eltern und Erwachsenen sollten sich jedoch stets ihrer Vorbildrolle bewusst sein. „Gehen Sie
mit gutem Beispiel voran. Insbesondere was wir teils bei Schulwegüberwachungen erleben, lässt uns
an mancher Vorbildrolle zweifeln“, so Wagner abschließend.
Stephan Wagner, der auch die Fahrradausbildung an den Schulen der VG Saarburg- Kell und Konz
durchführt, erläutert die Notwendigkeit des Tragens eines Fahrradhelmes und die erlernten
Fähigkeiten zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr als wichtige Bausteine der Verkehrssicherheit
von Kindern als Radfahrer.
Motorisierte Zweiradfahrer:
Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung motorisierter Zweiradfahrer ist im vergangenen Jahr auf 51
Verkehrsunfälle gestiegen (Vorjahr: 45).
Bei den 51 Unfällen kamen 52 Menschen zu Schaden, 22 Personen wurden schwer und 26 Menschen
leicht verletzt. Leider sind bei diesen Unfällen 4 Zweiradfahrer an ihren Unfallverletzungen
verstorben.
Die Hauptunfallursache ging bei 32 Unfällen vom Motorradfahrer aus, in 17 Fällen führte eine nicht
angepasste Geschwindigkeit zu dem schädigenden Ereignis.
Senioren:
An 237 Unfällen waren Senioren (Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren) beteiligt.
Gegenüber 2019 stellt dies eine Abnahme von 66 Unfällen dar.
Diese 237 Unfälle entsprechen 15,5 Prozent aller aufgenommen Verkehrsunfälle. Davon waren in 99
Fällen die beteiligten Personen über 75 Jahre alt.
Bei 173 dieser Verkehrsunfälle waren die Senioren auch Hauptunfallverursacher, was einem Anteil
von fast 72 Prozent entspricht.
Insgesamt kamen bei diesen Unfällen 34 Personen zu Schaden, davon erlitten 8 Personen schwere
und 1 tödliche Verletzungen.
Junge Fahrer:
An 304 Unfällen waren junge Fahrer im Alter von 18 – 24 Jahren beteiligt. Dies entspricht einer
Abnahme von 61 Unfällen gegenüber 2019.
Diese 304 Unfälle entsprechen fast 20 % aller aufgenommenen Verkehrsunfälle.
In 227 Fällen waren die jungen Fahrer auch Hauptverursacher, was einem Anteil von 70 % entspricht.
Unfallursächlich war in 43 Fällen die Geschwindigkeit.
Bei den 304 Unfällen wurden 85 Menschen körperlich geschädigt, 19 erlitten schwere und eine
Person tödliche Verletzungen.
Weitere Unfallgruppen:
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel/ Fahruntüchtigkeit durch Alkohol:
Insgesamt kam es zu 42 Verkehrsunfällen in diesem Bereich (2019: 37). Dabei kamen 21 Personen zu
Schaden, davon 10 Schwerverletzt und eine tödlich verletzt.
Seit Jahren setzt die Polizeiinspektion Saarburg sowohl auf die Prävention als auch auf die
regelmäßige Durchführung entsprechender Verkehrskontrollen. Im Bereich der Drogenprävention
wurden 245 Schüler über die Gefahren von Drogen und Alkohol im Straßenverkehr informiert.
Wagner führt dazu aus: „Zum einen erfährt die Aktion „Bob- Nüchtern ist cool“ eine breite Akzeptanz
bei jungen Fahrern, zum anderen führen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie begleitendes
Fahren und 0,0 Promille zu einem größeren Verständnis in dieser Risikogruppe.“
Verkehrsunfallflucht:
274 Verkehrsunfallfluchten mussten die Beamten im Jahr 2020 aufnehmen. Dies bedeutete einen
Rückgang um 60 Unfälle gegenüber dem Vorjahr.
In 117 Fällen konnte der Verursacher ermittelt werden, welches einer Quote von ca. 42,7 Prozent
entspricht.
Stephan Wagner führt hierzu aus: „Hier sind alle Verkehrsteilnehmer und Passanten aufgefordert:
Melden sie jeden Hinweis und jede Beobachtung zur Klärung einer Unfallflucht. Niemand möchte
gerne einen nicht verursachten Schaden selbst bezahlen.“
Wagner führt abschließend die Konsequenzen aus. „Ermittelten Unfallflüchtigen droht der
Führerscheinentzug! Es handelt sich hier keinesfalls um ein Kavaliersdelikt!“
Wildunfälle:
Die Anzahl der sogenannten Wildunfälle ist mit 524 Unfällen immer noch sehr hoch. Statistisch
konnte ein leichter Rückgang von 54 Unfällen verzeichnet werden, der niedrigste Wert seit fünf
Jahren. Demnach ist nahezu jeder 3. bei der Polizeiinspektion Saarburg aufgenommene Unfall ein
Wildunfall (34 %).
Bei diesen Unfällen erlitten 9 Personen Verletzungen, acht Personen wurden leicht, eine Person
schwer verletzt.
Bei näherer statistischer Betrachtung dieser Unfallart stellte Stephan Wagner fest, dass sich diese
Unfälle überwiegend in den Abend und Morgenstunden, meist in Waldgebieten ereigneten.
Ergänzender Hinweis:
Die Zuständigkeit der Polizeiinspektion Saarburg – zu der auch die Polizeiwache Konz gehört –
erstreckt sich auf 380 Quadratkilometer. Die Beamten sind zuständig für 58 Ortsgemeinden in den
Verbandsgemeinden Saarburg-Kell und Konz.