1432 Verkehrsunfälle ereigneten sich im Bereich der Polizeiinspektion Schweich – die Zahl der Verunglückten ist gefallen.

   - Unfallzahlen insgesamt gefallen

Im Jahr 2020 wurden bei der Polizeiinspektion Schweich insgesamt 1432 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen. Neben der rein statistischen Erfassung lösten diese Ereignisse auch zahlreiche strafprozessuale Maßnahmen aus.

Damit ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der Verkehrsunfälle um 217 festzustellen. Dies entspricht einem prozentualen Rückgang von ca. 13 %.

1075 Verkehrsunfälle ereigneten sich in der Stadt und der Verbandsgemeinde (VG) Schweich, sowie in Teilen der VG’en Trier-Land und Ruwer. Die restlichen 357 Verkehrsunfälle verteilten sich auf die Bereiche des Stadtgebietes Trier, die Stadtteile Ehrang, Quint, Pfalzel, Biewer und Ruwer mit Eitelsbach.

Wir befinden uns seit Beginn der Corona Pandemie zu Beginn des Jahres 2020 auch was die Verkehrsunfallzahlen angeht, in einem besonderen Jahr. Durch die angeordneten Log-down und die Nutzung von vermehrtem Home-Office für Mitarbeiter und Angestellte war im Jahr 2020 eine verminderte Verkehrsbelastung feststellbar. Dies war sicherlich auch mit ein Grund dafür, dass die Verkehrsunfallzahlen in 2020 aus unserer Sicht doch recht deutlich zurückgegangen sind.

   - Zahl der Verkehrstoten auf null gefallen

Bei 176 Verkehrsunfällen blieb es nicht nur bei materiellen Schäden; hier kamen insgesamt 225 Menschen zu Schaden. Das sind 11 mehr als im Vorjahr.

Im Einzelnen waren neben 172 Leichtverletzten und 53 Schwerverletzten, glücklicherweise keine Verkehrstoten zu beklagen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der der Leichtverletzten um einen und die der Schwerverletzten stieg um 10.

   - Hauptunfallursache Geschwindigkeit und Abstand

Zu den Hauptunfallursachen zählt immer noch die überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit. Bei 95 Verkehrsunfällen war die zu hohe Geschwindigkeit mit- oder alleinursächlich. 65 dieser Geschwindigkeitsunfälle ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften.

Weitere häufige Unfallursachen sind Vorfahrtsfehler (66) und das Nichteinhalten des vorgeschriebenen Sicherheitsabstandes (352); dazu zählt in vielen Fällen auch der Seitenabstand zum Fahrbahnrand. Etliche dieser Abstandsunfälle ereigneten sich auf Parkplätzen der Region, wo beim Ein- und Ausparken nicht genügend Abstand zum Parknachbar eingehalten wurde. Hinzu kommen viele Unfälle durch Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren (223).

Darüber hinaus stellte auch der Alkohol- und Drogenkonsum ein erheblich erhöhtes Unfallrisiko dar. Unter der Einwirkung berauschender Mittel ereigneten sich 20 Unfälle, die für die Beteiligten entsprechende Konsequenzen (Blutprobenentnahme, Sicherstellung von Fahrzeug und Führerschein, pp.) mit sich brachten. Außerhalb von vorangegangenen Verkehrsunfällen wurden bei 151 Verkehrsteilnehmern Maßnahmen wegen Alkohol- oder Drogenkonsum angeordnet.

In weiteren 30 Fällen genügten präventiv-polizeiliche Maßnahmen. In diesem Fällen war es noch nicht zu straf- oder bußgeldbewehrten Fahrten gekommen. Diejenigen durften am nächsten Tag ihr Fahrzeug und ihren Führerschein wieder in Empfang nehmen und blieben vor weiteren Konsequenzen verschont.

   - Zahl der Verkehrsunfälle mit Unfallflucht gefallen

Bei 283 Verkehrsunfällen wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Unerlaubten Entfernen vom Unfallort (Verkehrsunfallflucht) eingeleitet. Die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten ist im Vergleich zum Vorjahr um 50 Unfälle, also um fast 20 %, gefallen.

Während es einerseits bedauerlich ist, dass sich Jahr für Jahr zahlreiche Verkehrsteilnehmer ihrer Verantwortung zu entziehen versuchen, erfreut andererseits das Ergebnis polizeilicher Ermittlungen. Dank der Aufmerksamkeit von Zeugen einerseits und durch akribische polizeiliche Ermittlungstätigkeit eigens eingesetzter Unfallfluchtsachbearbeiter andererseits konnte in diesem Bereich eine Aufklärungsquote von 48 % erreicht werden. Dadurch konnten 135 „Flüchtige“ ermittelt und den Geschädigten eine Schadenregulierung ermöglicht werden.

Daher ist auch diesmal wieder der Dank an die aufmerksamen Bürger zu richten, verbunden mit der Bitte an alle, ihre Beobachtungen möglichst zeitnah der Polizei mitzuteilen.

   - Zahl der Kinderunfälle gestiegen

2020 wurden 16 Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung registriert, was eine Steigerung um fünf Verkehrsunfälle in diesem Bereich zur Folge hat.

Ein Kind wurde als Mitfahrer schwer verletzt und drei wurden leicht verletzt. Vier Kinder wurden als Radfahrer leicht verletzt und eines schwer. Drei Kinder wurden als Fußgänger im Straßenverkehr leicht verletzt. Zu Schulwegunfällen kam es in 2020 nicht.

   - Unfallbeteiligung von "Jungen Fahrern" gefallen

Die Unfallzahlen der als besonders gefährdet geltenden Risikogruppe „Junge Fahrerinnen und Fahrer“ – dies sind die 18- bis 24-jährigen Fahranfänger/innen – zeigen im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 43 Unfälle. Dieser Rückgang dürfte unter anderem auch auf die Einrichtung des begleitenden Fahrens zurück zu führen sein.

Mit 268 Unfällen – ca. 19% vom Gesamtunfallgeschehen – ist dieses Ergebnis aber im Vergleich zu dem Bevölkerungsanteil der jungen Menschen (ca. 8%) unstrittig nach wie vor zu hoch.

187 dieser Verkehrsunfälle wurden durch die jungen Fahrer schuldhaft verursacht. Neben der Hauptunfallursache Geschwindigkeit (20x) war in acht Fällen die Missachtung der Vorfahrt mit ursächlich. In einem Fall war Alkohol ursächlich. In neun Fällen versuchten die jungen Fahrer, sich durch Flucht zu entziehen, dies ist einer weniger als im Vorjahr.

Seit Jahren führt die Polizei Präventionsveranstaltungen zum Thema „Alhokol- und Drogenkonsum“ an Schulen und anderen Jugendeinrichtungen durch, um den jungen Menschen in Vorträgen und persönlichen Gesprächen die Gefahren und auch die möglichen persönlichen und rechtlichen Konsequenzen dieser Handlungsweise aufzuzeigen.

   - Unfallbeteiligung von Senioren > 65

Die Betrachtung der Unfallbeteiligung von Senioren (>= 65 Jahre) zeigt, dass bei den 259 registrierten Unfällen 37 Unfälle mit Personenschaden einhergingen. 107 Unfälle wurden durch die älteren Verkehrsteilnehmer schuldhaft verursacht.

Während bei den jungen Fahrern aufgrund mangelnder Fahrpraxis, Selbstüberschätzung und höherer Risikobereitschaft immer wieder nicht angepasste Geschwindigkeit sowie der nicht ausreichende Abstand zum Tragen kommen, zeigen sich bei den Senioren eher Defizite beim Ein-/Ausparken/Rückwärtsfahren, bei der Einhaltung des Rechtsfahrgebotes, sowie der Beachtung der Vorfahrt. In 19 Fällen versuchten Senioren, sich durch Flucht ihrer Verantwortung zu entziehen.

   - Unfallbeteiligung von Senioren > 75

Bei 106 Verkehrsunfällen (Vorjahr: 151) waren Senioren über 75 Jahre beteiligt. Hierbei wurden 15 Unfälle mit Personenschaden registriert, 5-mal mit schwerem und 10-mal mit leichtem Personenschaden. Bei 71 Verkehrsunfällen waren die Senioren Hauptverursacher. 18-mal versuchten sie, sich durch Flucht zu entziehen. Also wurde bei jedem vierten Unfall die Schädigung entweder nicht bemerkt oder der Schaden als Bagatelle abgetan.

   - Unfallzahlen motorisierter Zweiradfahrer leicht gesunken

Die Gesamtzahl der Zweiradunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr um drei gefallen, von 40 auf 37 Unfälle. Bei allen Unfällen wurden 43 Verkehrsteilnehmer verletzt, davon 27 leicht und 16 schwer.

   - Zahl der Radfahrunfälle deutlich gestiegen

Die Auswertung der Radfahrunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr von 46 Verkehrsunfällen auf insgesamt 58 Unfälle gestiegen. Dabei wurden 13 Personen schwer verletzt und 39 leicht. Bei insgesamt 42 Unfällen waren die Radfahrer Hauptunfallverursacher. Dieser Anstieg dürfte auch auf die vermehrte Nutzung von E-Bikes zurück zu führen sein.

   - Zahl der Wildunfälle gefallen

Nach der Abnahme der Wildunfälle im Jahr 2019 ist in 2020 eine erneute Abnahme zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Zahl um ca. 14%.

Insgesamt kam es 390-mal zu Wildberührung oder zu Ausweichmanövern und Kollisionen infolge von Wild auf der Fahrbahn. Glücklicherweise blieb es hier im Großen und Ganzen bei Sachschäden.

Wenn sich ein Wildunfall auch in den meisten Fällen kaum vermeiden lässt, so kann man doch das Unfallrisiko und auch die Unfallfolgen erheblich verringern, indem man angepasst fährt und bei Überlandfahrten oder in Waldgebieten jederzeit – vor allem bei Dämmerung oder Dunkelheit – mit Wildwechsel rechnet. Bei Zeichen 142 StVO (Gefahrenzeichen Wild) wird von der Jägerschaft als allgemeine Faustregel eine Herabsetzung der Geschwindigkeit auf 70 km/h erwartet.

Nach § 3 StVO hat jeder Fahrzeugführer seine Geschwindigkeit ständig den Straßen – und Verkehrsverhältnissen anzupassen. Er darf nur so schnell fahren, dass er innerhalb der übersehbaren Strecke halten kann. Der Grundsatz „Fahren auf Sicht“ ist hier besonders zu beachten – auch bei Nacht, wenn die Sicht auf den Wirkungsbereich der Scheinwerfer begrenzt ist.

In Untersuchungen zur Reduzierung von Wildunfällen wurde als Gefährdungsgrenze eine Geschwindigkeit von 60 km/h herausgestellt. Es wurde erläutert, dass bei Abblendlicht ein Tier auf etwa 45 bis 60 m erkennbar ist und der Anhalte Weg eines Pkw auf trockener Fahrbahn bei einer Geschwindigkeit von knapp 70 km/h ca. 45 m beträgt. Danach würde der Grundsatz des Fahrens auf Sicht Kraftfahrer verpflichten, nachts auf wildgefährdeten Strecken keinesfalls schneller als 60 – 70 km/h zu fahren, um bei Wildwechsel noch rechtzeitig, also innerhalb der überschaubaren und vom Abblendlicht ausgeleuchteten Strecke, anhalten zu können.

   - Ergebnis der Verkehrsunfallbekämpfungsmaßnahmen

Im Hinblick auf die Hauptunfallursachen und die Risikogruppen wurden auch im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Verkehrsüberwachungsmaßnahmen durchgeführt. Daraus resultierend wurden im Bereich Verkehr insgesamt – 291 Strafanzeigen und – 548 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen bearbeitet. Daneben wurden – 2013 Verwarnungen mit Verwarnungsgeld ausgesprochen, wobei hier die Hauptursache Verstöße gegen die Gurtpflicht waren. Außerdem wurden 589 Mängelberichte wegen Mängeln am Fahrzeug, bzw. Kontrollaufforderungen wegen nicht mitgeführter Dokumente ausgestellt.

   - Ziele

Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden resultieren zu einem hohen Anteil von 90 Prozent aus der Nichtbeachtung von Verkehrsvorschriften. Ziel der polizeilichen Überwachung der Regelbefolgung und der Sanktionierung bei Verstößen ist es deshalb, Verkehrsunfälle und schwere Unfallfolgen zu verhindern und somit die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten.

Eine Verringerung der durchschnittlichen Geschwindigkeit von 5 Prozent hätte eine Verringerung der Unfälle mit Schwerverletzten um etwa 10 Prozent und eine Verringerung der Unfälle mit Getöteten um ungefähr 20 Prozent zur Folge.

Im Interesse einer weiteren Verbesserung der Verkehrssicherheit werden wir dort, wo mangelnde Einsicht und Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer immer wieder Verkehrsunfälle mit zum Teil schwerwiegenden Folgen verursachen, wie in den vergangenen Jahren weiterhin intensive Unfallbekämpfungsmaßnahmen durchführen. Dies wird sich, orientiert an den Hauptunfallursachen, für den Verkehrsteilnehmer vornehmlich in Geschwindigkeitskontrollen, aber auch in der Überwachung der Vorfahrtsregeln, der Nutzung der Rückhaltesysteme – insbesondere der Kindersicherung -, des Verhaltens gegenüber Fußgängern und der verbotenen Handynutzung darstellen.