Viele Hilfesuchenden kommen zum Kältehilfetag des ASB an die Porta Nigra

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Trier. Am Freitag fand zum dritten Mal von 10- 16 Uhr die bundesweite Kältehilfeaktion für obdachlose Menschen statt. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hat auch die Menschen in Trier dazu eingeladen teilzunehmen. In rund 30 Städten verteilten die Samariter Schlafsäcke und Kulturbeutel mit Pflegeprodukten.
Und am Nikolaustag kamen bis zum Mittag rund 15 Hilfebedürftige und somit deutlich mehr, als im vergangenen Jahr. „Ich freue mich sehr, dass wir an einem so nass- kalten Tag doch schon so viele Menschen in unserem Zelt begrüßen können, die eine Suppe essen kommen und mit uns ins Gespräch kommen“ freut sich Bernd Görgen, Einsatzleiter der ASB vor Ort. 14 ehrenamtliche Samariter/innen haben Schlafsäcke und Pflegesets an Menschen ausgegeben, die von Kälte bedroht sind. Es wurde auch eine warme Mahlzeit, Kaffee, Kakao, Tee, und kleine Geschenke zum Nikolaustag ausgeben, ein Krankenwagen stand mit Personal zur Verfügung, um kleinere medizinische Versorgungen anzubieten.
„Wir versuchen den Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, auch Ansprechpartner bekannt zu geben, in Unterstützung mit den Streetworkern“ erklärt Bernd Görgen. Eine wichtige Aufgabe ist an diesem Tag auch mit den Menschen auf dem Platz ins Gespräch zu kommen. Mit der Aktion ruft der ASB auch zur Wachsamkeit auf. „Für Menschen auf der Straße kann die Kälte lebensbedrohlich werden. Wenn man einen obdachlosen Menschen sieht, der offensichtlich Hilfe benötigt, dann soll man ihn ansprechen. Ist die Person nicht ansprechbar, verwirrt, bewusstlos oder kann sich aus anderen Gründen nicht selbst helfen, dann ruft man Hilfe und wählt den Notruf 112“ mahnt Görgen an.
Und das Angebot der Wärme, des Gespräches und einer warmen Mahlzeit nutzen bis zum Ende der Aktion insgesamt 21 Menschen. „Unter den Obdachlosen waren auch zwei ältere Menschen, die vor kurzem schwere Sicksalsschläge erleiden mussten. Auch hier ist es für uns selbstverständlich zu helfen und ein offenes Ohr anzubieten“ so der Einsatzleiter.
Unter den Obdachlosen ist auch Herbert Josten, er hat vom Kältehilfetag erfahren und ist zur Ports Nigra gekommen. „Ich fühle mich in Trier sehr gut aufgehoben. Es gibt so viele Angebote, besonders für die Männer auch bei tiefen Minustemperaturen ein Dach über dem Kopf zu haben“ ist Josten dankbar uns sagt weiter „Solche Aktionen wie heute nehme ich gerne an und freue mich auch mal mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und nebenbei was warmes zu essen und zu trinken.“
Und dann kommt auch schon Hans- Joachim Geörg, einer der Helfer und überreicht Herbert Josten einen Adventskalender, selbstgebackene Plätzchen, einen Schlafsack und eine kleine Tasche an den wichtigsten Sachen für das tägliche Leben. Der Obdachlose nimmt diese Geschenke sichtlich dankbar an.
Mit dabei ist auch die Streetworkerin in Trier Isabell Endres. Sie hat im Frühjahr 2019 ihre Arbeit auf den Straßen von Trier aufgenommen. „Als ich vor kurzem vom Kältehilfetag erfahren habe, habe ich mich auf den Weg gemacht und die Menschen, welche auf der Straße leben und darüber hinaus besucht und zum heutigen Tag eingeladen“ erzählt Isabell Endres. „Man erreicht natürlich nicht immer alle, dennoch bin ich froh, dass viele den Weg zur ASB heute gemacht haben. Ich persönlich finde solche Tage eine Bereicherung für die Menschen und finde, dass Trier hier sehr gut aufgestellt ist, was die Betreuung der Obdachlosen angeht“ so die Streetworkerin.
Berns Görgen, ASB freut sich, dass ihr Angebot so gut angenommen wurde. Es kamen in diesem Jahr auch deutlich mehr Menschen als noch 2018. „Wir werden auf jeden Fall im nächsten Jahr zur gleichen Zeit dieses Angebot hier in Trier anbieten und unseren Kältehilfetag durchführen“ gibt Görgen bekannt.

(Florian Blaes)