c) Florian Blaes /Archiv

Nachdem in dieser Woche für Rheinland-Pfalz die neue Corona-Ampel beschlossen worden ist, hat newstr.de beim Leiter des Gesundheitsamtes in Trier, Harald Michels, nachgefragt, was er von dem neuen System hält:

newstr.de: Was halten Sie von der neu beschlossenen Corona- Ampel für RLP?

Harald Michels: Die Kenntnis der Krankheitslast und deren Folgen ist wichtig, denn Pandemiebekämpfung heißt, die Krankheitslast niedrig zu halten. Maßnahmen alleine von einer Meldeinzidenz ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Krankheitslast abhängig zu machen, richtet unnötig großen Schaden für alle an. Daher ist die Abkehr von der ausschließlichen Berücksichtigung der Meldeinzidenz zu begrüßen.

Problematisch bei der Hospitalisierungs-Inzidenz ist jedoch, dass alleine die Aufnahmezahl an COVID-Patienten pro Zeitraum nicht die Liegedauer und tatsächliche Bindung der Personalressourcen widergibt. Denn mittlerweile sind die meisten Fälle gering symptomatisch, was eine Intensivpflicht angeht. Auch lässt die regionale Hospitalisierungsinzidenz nicht unbedingt auf das kleinräumliche Infektionsgeschehen schließen. Auslastung der Intensivbetten: gut, aber benötigt noch Prognoseinstrument, da verzögert zum Pandemiegeschehen.

newstr.de: Wird die Ampel als eine sinnvolle Maßnahme einzusetzen sein, um einen Lockdown zu verhindern?

Harald Michels: Aus Sicht des Gesundheitsamtes ja, da sich das Impfgeschehen positiv auswirken wird.

Wie ist der aktuelle „Corona-Stand“ in der Region Trier?

Hierzu kann allgemein gesagt werden, dass das Gesundheitsamt in Trier, aber auch andere in der Region, erneut an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Die Nachverfolgung von Corona-Kontakten wird immer mehr und immer schwieriger. Somit hat das Gesundheitsamt in Trier, aber auch in Bitburg und andere Landkreise erneut angefragt, ob die Bundeswehr wieder zum Einsatz kommen und personell aushelfen kann.