Zahlreiche Landwirte nehmen im Hunsrück am Schlepper- Flashmob teil

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Hunsrück. Am Mittwoch haben die Initiatoren der Bewegung Land schafft Verbindung Deutschland, dazu aufgerufen, an verschiedenen stark frequentierten Verkehrspunkten einen sogenannten Flashmob zu veranstalten. Neben den Landwirten forderten sie sowohl die Mitarbeiter der landwirtschaftlichen Dienstleister, die LKW-Fahrer, aber auch alle, die sich von der derzeitigen Politik übergangen fühlen auf, sich anzuschließen.
Es war geplant, dass sich die Traktoren um 16:30 Uhr an gut sichtbaren Punkten an den Straßen treffen, sodass Verkehrsteilnehmer die sich angesprochen fühlen, daran teilnehmen können. Eigentlich sollte der Flashmob nur dreizig Minuten stattfinden. Doch am Ende war ein solcher Erfolg, dass er weit über 17 Uhr darüber hinaus ging.
So haben sich auch über 60 Traktoren auf der Strecke von der B 327 bei Thalfang bis zur B50 bei Simmern eingefunden. Dort positionierten sich die Schlepper neben der Bundesstraße oder auf den Brücken über die Bundesstraße. Eine kleine Delegation von Landwirten aus dem Hunsrück fuhr gleichzeitig ins Tal zur Mosel nach Zell, um dort auch präsenz zu zeigen.
Wie bei allen Veranstaltungen mit dabei, war auch dieses mal wieder der junge Landwirt Jan Franz. „Uns ist es wichtig, dass wir nicht aufhören und wir weiter machen, bis wir Landwirte ernst genommen werden und man mit uns gemeinsam spricht.“ Anlass für diese bundesweite Aktion war die Solidaritätsbekundung gegenüber den Bäuerinnen und Bauern in den Niederlanden, die gestern ebenfalls Protestaktionen gegen die Agrarpolitik in ihrem Land angekündigt hatten. „Wir wollen nochmals darauf aufmerksam machen, dass weder die Politik in Berlin noch in Brüssel sich ausreichend bewegt, um Lösungen für die bereits dargelegten Probleme zu erörtern“ mahnt Jan Franz an.
Währenddessen zeigt die Kundgebung, dass sie erfolgreich bei den Verkehrsteilnehmern ankommt. Die Landwirte stehen am Straßenrand oder auf den Brücken und winken gemeinsam den Menschen in ihren LKW und Autos zu. Diese wiederum hupen und winken ebenfalls kurz zurück. Ohnehin ist es in der Abenddämmerung ein tolles Bild geworden, mit den großen Traktoren auf der Brücke und ihren eingeschalteten Lichtern und Rundumleuchten.
Wir treffen an einem Supermarkt an der Bundesstraße Susanne Schmitz, die gerade in Richtung Hochwald unterwegs ist und noch schnell was besorgen möchte. „Ich habe von der Aktion der Landwirte nichts gewusst, komme jetzt aus Richtung Rheinböllen und war begeistert als ich die vielen Traktoren auf den Brücken sah.“ Sie findet, dass unter den Landwirten eine große Gemeinschaft herrscht und dass sie so weiter machen sollen.
Und in der Tat, alle wünschen sich eine regionale und nachhaltige Landwirtschaft. „Wenn die Politik mit ihrer Flut an Forderungen so weiter macht, werden die kleinen und mittleren Familienbetriebe zerstört und müssen ihre Höfe aufgeben“ mahnt Jan Franz an.
Neben dem Hunsrück waren auch in der Eifel, so auf der B51 bei Helenenberg oder an der A60 bei Prüm und im Saargau zwischen Temmels und Mettlach viele Landwirte auf der Straße. Auch in Trier hatten sich einige Schlepperfahrer eingefunden.

(Blaes)